Weltpolitik

Angriff auf Polen in England heizt Ausländer-Debatte an

Knapp eine Woche nachdem ein 40-jähriger Mann aus Polen infolge einer Prügelattacke im englischen Harlow gestorben ist, sind dort erneut Polen angegriffen worden. Wie die Polizei in der südostenglischen Grafschaft Essex mitteilte, wurden zwei polnische Männer am Sonntag in den frühen Morgenstunden angegriffen. Es könne sich dabei um ein aus Hass begangenes Verbrechen handeln, hieß es.

Angriff auf Polen in England heizt Ausländer-Debatte an SN/APA (AFP)/JUSTIN TALLIS
Mitleidsbekundungen nach dem Tod eines Polen in Harlow.

Zeugenaussagen zufolge seien vier oder fünf Angreifer auf die beiden etwa 30 Jahre alten Männer vor einem Pub in Harlow losgegangen. Ein Opfer trug eine Schnittwunde am Kopf davon, der andere eine gebrochene Nase.

Erst am vergangenen Montag war ein 40-jähriger Pole nach einer Prügelattacke vor einem Imbiss in Harlow an seinen Verletzungen gestorben. Ob die Tat einen ausländerfeindlichen Hintergrund hat, war zwar unklar, löste aber in Großbritannien eine Debatte über Ausländerhass aus. Medien spekulierten, der jüngste Angriff könne im Zusammenhang mit einer Gedenkveranstaltung für den vergangene Woche getöteten Mann stehen. Einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Taten schloss die Polizei aber aus.

Der gewaltsame Tod eines Polen in Großbritannien verärgert die polnische Regierung. Wie das Außenministerium am Sonntag mitteilte, sollen drei Minister in Kürze nach London reisen, um von der britischen Regierung ein klares Bekenntnis zum Schutz polnischer Staatsbürger zu verlangen. Polen stuft den Mord an einem 40-jährigen Fabrikarbeiter in einem Londoner Vorort als fremdenfeindliche Tat ein.

Der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Rafal Sobczak kündigte in polnischen Medien eine "Dringlichkeitsreise" dreier Minister an. Demnach sollen Außenminister Witold Waszczykowski, Justizminister Zbigniew Ziobro und Innenminister Mariusz Blaszczak in dir britische Hauptstadt reisen. Ein Termin stehe noch nicht fest. Aus Regierungskreisen verlautete jedoch, die Reise solle bereits am Montagnachmittag stattfinden.

Die Minister wollten die Briten auffordern zu erklären, "dass für die Sicherheit polnischer Staatsbürger garantiert wird", sagte Sobczak. Im Hinblick auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens wollten sie darauf hinweisen, dass dies nicht bedeuten dürfe, "dass die legal im Vereinigten Königreich arbeitenden Polen leiden werden".

Quelle: Apa/Dpa

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