Weltpolitik

Angriff auf UN-Hilfskonvoi in Nigeria: Vier Verletzte

Bei einem Angriff auf einen Hilfskonvoi der Vereinten Nationen im Nordosten Nigerias sind vier Menschen verletzt worden. Wie die nigerianische Armee und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Freitag mitteilten, wurden die Helfer von Unicef, vom UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) und von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag im Bundesstaat Borno attackiert.

Die nigerianische Armee machte die Islamistengruppe Boko Haram für den Angriff verantwortlich. Der Hilfskonvoi, der auf dem Rückweg von Bama in die Stadt Maiduguri war, und die begleitenden Soldaten seien bei Kawuri von mutmaßlichen Boko-Haram-Kämpfern aus einem Hinterhalt attackiert worden, teilte ein Armeesprecher mit. Zwei Soldaten, ein Unicef- und ein IOM-Mitarbeiter seien verletzt worden.

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gegen Nigerias Regierung und für einen islamischen Gottesstaat im Nordosten des Landes. Seitdem wurden mindestens 20.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen vertrieben. Der Konflikt weitete sich mittlerweile auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus, deren Armeen sich am Kampf gegen Boko Haram beteiligen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte erst am Mittwoch eine humanitäre Katastrophe im Norden Nigerias beklagt. In Borno sind ihren Angaben zufolge ganze Gebiete unerreichbar, besonders schlimm ist die Lage demnach in Bama.

Die UNO warnte im Mai, dass rund um den Tschad-See an der Grenze von Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger 9,2 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel benötigten. Unicef hatte erst am vergangenen Samstag einen Hilfseinsatz in der Region gestartet. Nach dem Angriff auf den Hilfskonvoi wurde die Arbeit vorübergehend wieder ausgesetzt.

Am Freitag verkündete die nigerianische Armee die Rückeroberung von Damasak an der Grenze zum Niger. Die Stadt, in der Boko-Haram-Kämpfer mehr als 200 Menschen getötet hatten, sei "erfolgreich" eingenommen worden, teilte die Armee mit. Soldaten aus dem Niger und dem Tschad hatten Damasak im März 2015 schon einmal zurückerobert. Nur einen Monat später wurden die Soldaten jedoch wieder vertrieben, die Islamisten verschleppten danach mehr als 400 Kinder.

Quelle: Apa/Ag.

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