Weltpolitik

Ankaras Bürgermeister ortet "Verschwörung" hinter Erdbeben

Nach mehreren Erdbeben im Westen der Türkei hat Ankaras Bürgermeister Melih Gökcek deren mögliche Ursache entdeckt - eine ausländische Verschwörung: "Es gab ein Schiff, das seismische Forschung in der Gegend betrieb. Was dieses Schiff erforschte und aus welchem Land es stammte, muss dringend geklärt werden", forderte der Politiker der regierenden AK-Partei am Dienstag auf Twitter.

Gökcek hat gar wundersame Gedanken.  SN/APA (AFP)/ADEM ALTAN
Gökcek hat gar wundersame Gedanken.

"Der Schlag gegen die Türkei in diesem Moment wird ein Erdbeben nahe Istanbul sein, um die türkische Wirtschaft zu treffen", warnte Gökcek, der mehr als 3,7 Millionen Abonnenten bei Twitter hat. Der Politiker, der die türkische Hauptstadt seit 1994 regiert, teilte ein Video auf Twitter, wonach es Instrumente gibt, um künstlich Erdbeben zu verursachen. Später forderte er, Schiffe und U-Boote mit großen Apparaturen zu beschlagnahmen.

Gökcek sorgt immer wieder mit skurrilen Äußerungen für Aufsehen. So warnte er nach dem gescheiterten Militärputsch, der islamische Prediger Fethullah Gülen, der für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird, hypnotisiere Menschen und bringe sie mittels Geistern in seine Gewalt. Regierungspolitiker machten zuletzt auch immer wieder ausländische Mächte für den Verfall der Landeswährung verantwortlich.

Die Region Canakkale im Westen der Türkei war am Montag und Dienstag von zwei Erdbeben der Stärke 5,3, und 5,2 erschüttert worden, wie die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad meldete. Später gab es mehrere schwächere Nachbeben. Canakkale liegt an der Meerenge der Dardanellen, die ins Maramara-Meer führt. Durch das Marmara-Meer, an dem auch Istanbul liegt, verläuft eine wichtige Verwerfungslinie.

Bei der Bebenserie sind Hunderte Häuser beschädigt worden. Mehr als 200 Gebäude in etlichen Dörfern der Küstenregion Canakkale wiesen sehr starke Schäden auf, wie der Sender CNN Türk am Dienstag berichtete. Mehrere Menschen seien leicht verletzt worden, berichtete der Sender weiter. Die Katastrophenschutzbehörde Afad habe rund 300 Zelte geschickt.

In der Türkei kommt es immer wieder zu teils schweren Erdbeben. Im Jahr 2011 waren in der östlichen Provinz Van mehr als 600 Menschen getötet worden. Bei einem verheerenden Beben in der Nähe der Metropole Istanbul im Jahr 1999 kamen mehr als 17.000 Menschen ums Leben.

Quelle: Apa/Ag.

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