Weltpolitik

Anschlag am Brüsseler Flughafen galt USA und Juden

Der Anschlag am Brüsseler Flughafen Zaventem im vergangenen März war offenbar gezielt gegen in die USA reisende Passagiere und jüdische Reisende gerichtet. Dies bestätigten am Dienstag zwei voneinander unabhängige Quellen aus dem Umfeld der von den belgischen Behörden geleiteten Ermittlungen.

Selbstmordattentäter tötete im vergangenen März 16 Menschen am Airport.  SN/APA (AFP)/DIRK WAEM
Selbstmordattentäter tötete im vergangenen März 16 Menschen am Airport.

"Wir wissen, dass sie Amerikaner zum Ziel hatten", sagte eine der den Ermittlungen nahestehende Quellen. Demnach griffen die Attentäter vom 22. März 2016 gezielt den Check-in-Schalter von Delta Airlines an.

Nicht veröffentlichte Aufzeichnungen der Flughafenkameras zeigen laut einer Quelle zudem, wie einer der beiden Selbstmordattentäter, Najim Laachraoui, zunächst zwischen einer Schülergruppe stand, bevor er wenige Sekunden vor dem Anschlag zwei orthodoxen Juden nachging. "Er wollte klar und eindeutig einen Juden töten."

Aus Kreisen der US-Behörden hieß es, die Ermittler seien sich ziemlich sicher, dass US-Bürger, Israelis und auch Russen Ziel der Angreifer gewesen seien. Dies legt auch ein belgischer Pressebericht nahe, demzufolge einer der Attentäter in einer Textnachricht geschrieben haben soll, dass Flüge in die Vereinigten Staaten, Russland und nach Israel immer dienstags - dem Tag des Anschlags vom 22. März - von Brüssel aus starteten.

Bei dem Anschlag am Flughafen hatten Najim Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui mit zwei Bomben 16 Menschen getötet, darunter vier US-Bürger. Ein dritter Attentäter, Mohamed Abrini, war geflohen, ohne seine Bombe zu zünden. Nach Angaben aus Flughafenkreisen wurde der nicht explodierte Sprengsatz in der Nähe der gegenüberliegenden Schalter der US-Airline United und der israelischen Fluglinie El Al gefunden.

Zweites Anschlagziel am 22. März war eine U-Bahn-Station im EU-Viertel. Dort wurden gleichfalls 16 Menschen durch einen Selbstmordattentäter getötet. Bei beiden Anschlägen mehr als 300 Menschen verletzt. Unter den Toten und Verletzten sind mindestens 40 verschiedene Nationalitäten. Zu den Attentaten bekannte sich die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Quelle: Apa/Ag.

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