Weltpolitik

Aufregung um Aussagen Plassniks über die Schweiz

Äußerungen der österreichischen Botschafterin in der Schweiz und Ex-Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) über ihr Gastland sorgen für Aufregung. In der Schweiz reagierten mehrere Medien in den vergangenen Tagen empört auf ein bereits vor bereits vor Wochen geführte Interview der Diplomatin. Das Außenministerium in Wien wollte die Äußerungen am Montag nicht kommentieren.

Aufregung um Plassnik in der Schweiz SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Aufregung um Plassnik in der Schweiz

Am schärfsten reagierte die "Basler Zeitung" und schrieb von einer "verwirrten Diplomatin", die "erstaunlich frech" über ihr Gastland spreche. "Aus heiterem Himmel staucht die österreichische Botschafterin in Bern die Schweiz zusammen", kritisiert die Zeitung, die vergangene Woche auf das bereits im Juni geführte Interview aufmerksam wurde. Das Interview wurde in dem Beitrag frei zusammengefasst und überspitzt wiedergegeben: "Mühsame Isolationisten sind wir Schweizer. Kurzsichtig und konservativ", heißt es da etwa oder "Ihr gehen der schweizerische 'Alleingang' und die notorische 'Nein-Sagerei' auf den Senkel". Diese Worte sind in dem Interview allerdings nicht gefallen, wurden aber in österreichischen Medien als angebliche Zitate Plassniks übernommen.

In dem Interview mit dem Thinktank Avenir Suisse äußerte sich die ehemalige Außenministerin (ÖVP) erstaunlich offen und kritisierte unter anderem, dass die Schweizer so viel Wert auf ihre Einzigartigkeit legen würden."Der ständige Verweis auf den Sonderfall nervt gelegentlich schon. Einzigartigkeit ist kein Schweizer Monopol", sagte die Botschafterin in dem im Juli veröffentlichten Interview. An einer anderen Stelle bemängelt Plassnik das fehlende Interesse der Schweiz an den anderen Europäern, wenn es nicht um wirtschaftliche Vorteile für das eigene Land gehe. "Die Schweiz hat den Sonderfall zum Dogma erhoben, niemand ist in ihren Augen so friedlich, so demokratisch, so föderal wie die Schweiz."

Für Unmut bei den Schweizer Medien sorgte auch die Aussage Plassniks: "In der Öffentlichkeit hat sich eine nationalkonservative Grundstimmung auch in der Medienlandschaft stärker ausgebreitet, Stichworte 'Weltwoche' und 'Basler Zeitung'. Die Schweiz ist ein weltoffenes Land, aber die EU wird immer mehr zum Sündenbock für alles und jedes."

Die "Weltwoche" fragte daher etwa: "Welcher Teufel ritt die Frau, dermassen gegen ihr Gastland auszuteilen?" Kritik an den Äußerungen der österreichischen Botschafterin aber kam auch von der linksliberale "Tages-Anzeiger". Die Botschafterin spreche "erstaunlich keck über ihr Gastland", schreibt die Zeitung. Die Aussagen bezeichnete sie als "undiplomatisch und scharfzüngig". Offizielle Reaktion der Schweiz auf die Äußerungen Plassniks gab es keine.

Auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache kritisierte Plassnik. "Einfach absurd und unpassend ihre Aussagen", erklärte Strache am Montag auf Facebook. Österreichs Botschafterin sollte gerade auch in der Schweiz "die neutrale österreichische Rolle leben und nicht solche eigenartigen Statements und unfreundliche Bewertungen abgeben", meinte der Vizekanzler.

Quelle: APA

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