Weltpolitik

Aufständische setzen ihre Offensive im Westen Aleppos fort

Die Aufständischen in Syrien haben am Samstag ihre Offensive im Westen von Aleppo fortgesetzt, mit der sie die Belagerung der Stadt durch Regierungstruppen durchbrechen wollen. "In wenigen Tagen werden wir für unsere belagerten Brüder den Weg öffnen", sagte Kommandant Abu Mustafa.

Aufständische setzen ihre Offensive im Westen Aleppos fort SN/APA (AFP)/OMAR HAJ KADOUR
Rebellen wollen die Belagerung durch Regierungstruppen durchbrechen.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, seit Freitag seien durch die Rebellen-Angriffe 21 Zivilisten getötet worden. Die Gruppen des islamistischen Rebellenbündnisses Jaish al-Fatah (Armee der Eroberung) starteten am Freitag nach eigenen Angaben eine Offensive, um die Belagerung des von Aufständischen gehaltenen Ostteils von Aleppo durch Regierungstruppen zu durchbrechen. Sie feuerten zahlreiche Raketen und Mörsergeschosse ab.

Die Schlacht werde "die Besetzung der Westbezirke durch das Regime und die unserem Volk auferlegte Belagerung Aleppos beenden", sagte ein Sprecher der einflussreichen islamistischen Miliz Ahrar al-Sham (Freie Männer der Levante). Dem Bündnis gehören unter anderem die Jihadisten der Jabhat Fatah al-Sham-(Eroberungsfront der Levante) an, die bis zu ihrer selbsterklärten Abspaltung vom Terrornetzwerk Al-Kaida Jabhat al-Nusra (Unterstützungsfront) hieß.

Seit Juli sind die Rebellen im Osten der Stadt eingekesselt. Dort leben schätzungsweise 250.000 Menschen. An der Offensive der Rebellen gegen die Regierungstruppen sind nach Informationen der Beobachtungsstelle mehr als 1.500 Kämpfer beteiligt.

Russland hat nach Angaben des Kremls seit dem 18. Oktober keine Luftangriffe auf Aleppo mehr geflogen. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete aber am Samstag aus dem Stadtteil Dahiyat al-Assad im Südwesten von Luft- und Artillerieangriffen, wobei unklar blieb, von wem diese geflogen wurden. Ein anderer AFP-Korrespondent beobachtete Luftangriffe auf das Stadtviertel Salaheddin in der Nacht auf Samstag. Die Beobachtungsstelle vermeldete russische Luftangriffe westlich von Aleppo.

Mindestens 18 syrische Soldaten und andere regierungstreue Kämpfer seien bei den Angriffen am Freitag getötet worden, meldete die Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Aktivisten in Syrien erhält. Angaben zur Opferzahl auf Seiten der Rebellen machte die Organisation nicht.

Die Rebellen nahmen laut der Beobachtungsstelle, deren Angaben von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen sind, auch den Militärflughafen Nairab und den internationalen Flughafen von Aleppo unter Beschuss, die beide von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Von der Provinz Idlib aus seien zudem Raketen auf die Küstenprovinz Latakia abgefeuert worden, wobei mindestens ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt worden seien.

Quelle: Apa/Ag.

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