Weltpolitik

Außenminister Südkoreas und Chinas beraten über Nordkorea

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Nordkorea hat Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Hwa politische Gespräche in Peking aufgenommen. Nach einem Treffen mit der Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Volkskongresses, Fu Ying, stand am Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt auch ein Treffen mit Chinas Außenminister Wang Yi auf dem Programm.

Kang Kyung Hwa gemeinsam mit Wang Yi SN/APA (AFP)/JASON LEE
Kang Kyung Hwa gemeinsam mit Wang Yi

Im Mittelpunkt ihres ersten Besuches in China stehen der Konflikt über das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm sowie die Vorbereitungen für den geplanten Besuch von Südkoreas Präsident Moon Jae In im kommenden Monat in Peking.

Beide Seiten hatten erst vor drei Wochen ihre Differenzen über die Stationierung des fortschrittlichen amerikanischen Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea beilegen können. Vereinbart wurde, dass das Militär auf beiden Seiten seine Kommunikation über das Verteidigungssystem erweitert, das aus chinesischer Sicht mit seinem weitreichenden Radarsystem auch China ausspionieren kann.

Unterdessen bezeichnete Nordkorea seine Wiederaufnahme auf die US-Liste von Terror-Unterstützerstaaten als "schwere Provokation". Das Außenministerium in Pjöngjang warf Washington am Mittwoch eine feindselige Politik vor. Nordkorea werde daher sein Atomprogramm weiter ausbauen. Die Nuklearwaffen dienten der Verteidigung der eigenen Souveränität, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Es war die erste offizielle Reaktion Pjöngjangs auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump vom Montag, Nordkorea nach neun Jahren wieder auf die schwarze Liste von Ländern zu setzen, die aus Sicht der USA den Terrorismus unterstützen. Das Land wurde 2008 im Zuge der Atomverhandlungen von der US-Regierung unter George W. Bush gestrichen. Auf der Liste stehen derzeit noch der Iran, der Sudan und Syrien. Für diese Länder werden US-Entwicklungshilfe, Rüstungsexporte und bestimmte finanzielle Transaktionen beschränkt. 

Durch den Eintrag in die Liste offenbare Washington seine Absicht, "unsere Ideologie und das System mithilfe aller möglichen Mittel und Methoden zu zerstören", hieß es in Pjöngjang. Die USA würden für sämtliche Konsequenzen infolge der Provokation zur Verantwortung gezogen werden. 

Quelle: Apa/Dpa

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