Weltpolitik

Ban Ki-moon kandidiert nicht für Präsidentenamt in Südkorea

Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (72) will nicht für das Präsidentenamt in Südkorea kandidieren.

Ban Ki-moon wird sich nicht um Südkoreas Präsidentenamt bewerben. SN/AP
Ban Ki-moon wird sich nicht um Südkoreas Präsidentenamt bewerben.

"Ich werde mich aus der Politik zurückziehen", sagte Ban am Mittwoch vor Journalisten in Seoul. Er bedauerte, mit dieser Entscheidung "viele Menschen zu enttäuschen".

Der langjährige Spitzendiplomat hatte seit nach seiner Rückkehr in sein Heimatland im Jänner an Ansehen eingebüßt, unter anderem sorgten Korruptionsvorwürfe gegen nahe Verwandte Bans für Negativschlagzeilen. Südkoreas gewählter Präsidentin Park Geun-hye waren im Dezember wegen Korruptionsvorwürfen die Amtsvollmachten entzogen worden. Wenn das Verfassungsgericht die Entscheidung des Parlaments bestätigt, kann Park nicht ins Amt zurückkehren. Dann müsste binnen 60 Tagen neu gewählt werden.

Ban hatte zum Jahreswechsel das Amt des UNO-Generalsekretärs an seinen Nachfolger Antonio Guterres abgegeben. Der ehemalige südkoreanische Außenminister hatte das einflussreiche Amt seit 2007 inne, weshalb er in seiner Heimat hohes Ansehen genoss. Mitglied einer Partei war er allerdings nie.

Bei seiner Rückkehr nach Südkorea war Ban von hunderten begeisterten Anhängern am Flughafen empfangen worden und hatte eine Präsidentschaftskandidatur nicht ausgeschlossen. Dann wurden sein Bruder und sein Neffe in den USA wegen Korruption, Geldwäsche und Verschwörung angeklagt.

Für weiteren Wirbel sorgten Bilder von einem vergeblichen Versuch Bans, an einem Fahrkartenautomat ein Ticket zu ziehen. Seine Zustimmungswerte sanken von 20,3 auf 13,1 Prozent. Ban beklagte sich bei seiner Pressekonferenz am Mittwoch, sein "echter Patriotismus" und seine Hoffnungen seien einer Verleumdungskampagne zum Opfer gefallen.

Park war über die Korruptionsaffäre ihrer Vertrauten Choi Soon-sil gestolpert. Die Präsidentenfreundin soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem soll sich Choi in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben.

Quelle: Apa/Ag.

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