Weltpolitik

Bangladesch will geflüchtete Rohingya auf Insel schicken

Bangladesch will einen vor zwei Jahren nach scharfer Kritik abgelehnten Plan zur Umsiedlung Zehntausender Flüchtlinge nun doch umsetzen. Wie ein Staatssekretär des Außenministeriums am Mittwoch erklärte, sollen für die derzeit im südlichen Distrikt Cox's Bazar untergebrachten Rohingya neue Lager auf der Insel Hatiya eingerichtet werden.

Im Jahr 2015 war ein ähnlicher Plan nicht umgesetzt worden. Hilfsorganisationen kritisierten, dass der dafür vorgesehene Inselteil große Teile des Jahres unter Wasser stehe.

Die Flüchtlinge gehören zur rund 1,1 Millionen starken Rohingya-Minderheit im Nachbarland Myanmar. Myanmar verwehrt den Rohingya die Staatsbürgerschaft, obwohl viele bereits seit Jahrzehnten dort leben. Anfang Oktober flammte ein Jahrzehnte alter Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und den muslimischen Rohingya wieder auf. Seitdem sind laut UNO-Schätzungen mehr als 65.000 von ihnen nach Bangladesch geflohen.

Rund 30.000 Flüchtlinge leben bereits seit mehr als 20 Jahren in Cox's Bazar. Die Umsiedlung sei nun jedoch drängend, weil inzwischen rund 300.000 Menschen in den Flüchtlingscamps lebten, hieß es aus dem Ministerium. Ziel der Regierung sei es, dass die Rohingya schließlich wieder nach Myanmar zurückkehrten.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 15.11.2018 um 11:33 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/bangladesch-will-gefluechtete-rohingya-auf-insel-schicken-475189

Schlagzeilen