Weltpolitik

Baufirma Odebrecht zahlte an kolumbianische FARC-Rebellen

Die brasilianische Baufirma Odebrecht soll Medienberichten zufolge über Jahre hinweg eine "Kriegssteuer" an die kolumbianische Guerillaorganisation FARC entrichtet haben. Das Unternehmen zahlte demnach pro Monat bis zu 100.000 US-Dollar (94.652,15 Euro) an die Rebellen, um in deren Einflussgebiet arbeiten zu dürfen, wie die brasilianische Zeitschrift "Veja" am Wochenende berichtete.

Zentrale der Baufirma Odebrecht in Sao Paulo.  SN/APA (AFP)/NELSON ALMEIDA
Zentrale der Baufirma Odebrecht in Sao Paulo.

Das Magazin berief sich auf Aussagen von zwei Odebrecht-Managern während der Ermittlungen über den Korruptionsskandal rund um die Baufirma.

Mehrere kolumbianische Parlamentarier forderten am Sonntag Untersuchungen zu den Vorwürfen. "Es muss geklärt werden, ob die Firma erpresst wurde, oder inwieweit sie sich an der Finanzierung der FARC beteiligte", sagte die Abgeordnete Angelica Lozana. Odebrecht ist in einen großen Korruptionsskandal verwickelt und hat die Zahlung von Schmiergeldern in Millionenhöhe eingeräumt.

Nach einem Friedensvertrag im vergangenen Jahr legen die FARC-Rebellen derzeit die Waffen nieder und bereiten sich auf die Rückkehr ins zivile Leben vor. Die Guerillagruppe finanzierte sich in den vergangenen Jahrzehnten vor allem über Drogenhandel, Expressung und illegalen Bergbau.

Quelle: Apa/Dpa

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