Weltpolitik

Behörden in Myanmar dementieren Berichte über Massengräber

Die Behörden in Myanmar haben einen Berichte über Massengräber mit getöteten Rohingya in der Krisenregion Rakhine zurückgewiesen. Ein Team von Behördenvertretern und Polizisten habe die Meldung der Nachrichtenagentur AP nach einem Besuch des Dorfes Gu Dar Pyin dementiert, hieß es in staatlichen Medien. AP hatte unter Berufung auf Flüchtlinge und Handyvideos von fünf Massengräbern berichtet.

Die Nachrichtenagentur AP hatte über mehr als fünf bisher unbekannte Massengräber in Myanmar berichtet.  SN/AP
Die Nachrichtenagentur AP hatte über mehr als fünf bisher unbekannte Massengräber in Myanmar berichtet.

Die Dorfbewohner hätten bekräftigt, nichts von Massakern in der Nähe ihres Dorfes mitbekommen zu haben. Es habe in dem Dorf aber im vergangenen August Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und militanten Angehörigen der muslimischen Minderheit gegeben. Dabei seien 19 "Terroristen" getötet und begraben worden.

Myanmars Armee geht in Rakhine mit brutaler Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. Fast 700.000 Angehörige der Minderheit sind bereits ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Flüchtlinge berichten von der Ermordung zahlreicher Zivilisten, von Vergewaltigungen und von niedergebrannten Dörfern. Myanmars Behörden sprechen dagegen von einem Vorgehen gegen Rebellen.

Unterdessen haben die Behörden in Mynamar einen Mann festgenommen, der einen Brandsatz auf das Anwesen von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi geschleudert haben soll. Es handle sich um einen geistig verwirrten 48-Jährigen, teilte die Polizei auf ihrer Facebook-Seite mit. Der Mann habe die Tat am Freitag gestanden und habe gesagt, er sei "verhext" worden.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 30.10.2020 um 03:17 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/behoerden-in-myanmar-dementieren-berichte-ueber-massengraeber-23765272

Schlagzeilen