Weltpolitik

Behörden räumten improvisiertes Lager am Ärmelkanal

Französische Sicherheitskräfte haben erneut ein improvisiertes Lager mit rund 1.800 Flüchtlingen in Grande-Synthe bei Dünkirchen geräumt. Das Ziel sei, die Geflüchteten in festen und menschenwürdigen Unterkünften in der Region einzuquartieren und das illegale Schleppen von Migranten nach Großbritannien zu stoppen, teilte die Präfektur in Lille am Dienstag mit.

Migranten sollen in feste Unterkünfte kommen SN/APA (AFP)/FRANCOIS LO PRESTI
Migranten sollen in feste Unterkünfte kommen

Der französische Staat wolle ein klares Signal setzen, dass er an der Küste bei Dünkirchen unter keinen Umständen "eine mafiaartige Enklave in den Händen kurdischer Schlepper" dulden werde. Alleine im September waren in Grande-Synthe zwei Mal nicht genehmigte Lager mit rund 400 Menschen geräumt und die Asylwerber in offizielle Unterkünfte gebracht worden.

In der Region an der Ärmelkanalküste sammeln sich immer wieder Migranten, die nach Großbritannien gelangen wollen. Bereits vor einem Jahr hatte es in Grande-Synthe eine Räumung gegeben, damals waren rund 550 Menschen betroffen gewesen. Im Oktober 2016 hatten die Behörden ein riesiges Lager in Calais geräumt, den berüchtigten "Dschungel". Grande-Synthe liegt etwa 30 Kilometer Luftlinie davon entfernt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, kein neues Lager im benachbarten Calais zu dulden.

Wie die Präfektur erklärte, sei die Überfahrt nach Großbritannien keine bloße Formalität, aus der Schleppernetzwerke nach eigenem Gutdünken Profit schlagen könnten. Der Staat wolle diese Machenschaften beenden.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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