Weltpolitik

Berlin-Anschlag: Lkw-Fahrer wird am Freitag beigesetzt

Der beim Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in der deutschen Hauptstadt Berlin ermordete Lastwagenfahrer aus Polen wird an diesem Freitag in seiner Heimat beigesetzt. Das teilte sein Arbeitgeber, die Speditionsfirma Ariel Zurawski, am Mittwoch auf Facebook mit. Nach der Obduktion in Deutschland untersuchten am Mittwoch auch polnische Gerichtsmediziner in Stettin den Leichnam des 37-Jährigen.

Lukasz U. wurde erschossen auf dem Beifahrersitz gefunden.  SN/APA (AFP)/TOBIAS SCHWARZ
Lukasz U. wurde erschossen auf dem Beifahrersitz gefunden.

Lukasz U. sei nicht schon Stunden vor dem Anschlag gestorben, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft laut Medienberichten als Ergebnis mit. Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri hatte den Lastwagen des Polen den Ermittlungen zufolge nachmittags am 19. Dezember entführt und abends als Waffe bei seinem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt eingesetzt. Lukasz U. wurde erschossen auf dem Beifahrersitz gefunden.

Der Todeszeitpunkt "waren nicht die Nachmittagsstunden, von denen einige deutsche Medien schreiben", wurde Aldona Lema von der Staatsanwaltschaft Stettin vom polnischen Fernsehsender tvn24 zitiert. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass der Fahrer schon Stunden vor dem Anschlag einen Kopfschuss erlitten habe.

Die Zeitung hatte sich auf inoffizielle Erkenntnisse deutscher Gerichtsmediziner berufen. Allerdings lässt auch diese Darstellung die Möglichkeit offen, dass der Fahrer noch bis zu dem Anschlag gelebt haben könnte. Bei der Rekonstruktion des Tathergangs gab es die Vermutung, dass der Lkw-Fahrer noch versucht haben könnte, dem Attentäter ins Steuer zu greifen. Polnische Medien feiern ihn nach wie vor als "Heldenfahrer".

Der Trauergottesdienst für den Familienvater soll im Ort Banie bei Stettin stattfinden, dort wird er auch beigesetzt. Die Firma dankte auch im Namen der Familie für die Beileidsbekundungen und Worte der Unterstützung aus aller Welt. Bilder zeigten auch Kondolenzschreiben aus Deutschland. Der Tote war am Dienstag nach Stettin gebracht worden.

Quelle: Apa/Dpa

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