Weltpolitik

Berlin-Anschlag: Österreichs Spitzenpolitiker entsetzt

Mit Entsetzen haben Österreichs Spitzenpolitiker auf den vermutlichen Anschlag in Berlin mit etlichen Toten reagiert.

Statement von Bundeskanzler Kern.  SN/APA (BKA/Archiv)/ANDY WENZEL
Statement von Bundeskanzler Kern.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) meinte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: "Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten." Nach ersten Angaben des Außenministeriums dürften keine Österreicher unter den Opfern sein. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) sprachen auf Twitter von einem schrecklichen Anschlag und kondolierten den Familien der Opfer. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) verurteilte den Anschlag "auf das schärfste".

Van der Bellen geschockt

Auch der designierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen reagierte geschockt. Auf Facebook schrieb er von "entsetzlichen Nachrichten aus Berlin". Gedanken und Mitgefühl seien bei Verletzten und Angehörigen der Opfer. "Betroffen" ist auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, in der "ZIB 2" äußerte er aufrichtiges Bedauern. Von "furchtbaren Nachrichten" aus Berlin schrieb Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig auf Facebook.

Innenministeriums-Sprecher Karl-Heinz Grundböck sagte am Montagabend zur APA, dass es derzeit keine konkreten Hinweise auf Terrorattacken in Österreich gibt. "Es gilt weiterhin, dass es eine allgemein erhöhte Gefahr für Terrorattacken in ganz Europa gibt. Niemand kann derzeit irgendwo in Europa sicher sein, dass es keine Anschläge geben wird", betonte Grundböck.

Keine konkreten Hinweise auf geplante Attacken in Österreich

"Gleichzeitig gibt es für Österreich derzeit keine konkreten Hinweise auf geplante Attacken", ergänzte der Ministeriumssprecher. Man stehe mit den deutschen Behörden in Bezug auf den Anschlag in Kontakt. Welche Bedeutung die Ereignisse in Berlin für Österreich haben, ist noch nicht abzusehen. "Wir befinden uns mitten in laufenden Ermittlungen. Die nächsten Stunden werden zeigen, welche Richtung die gewonnenen Erkenntnisse nehmen werden", erläuterte Grundböck.

Die Polizei in Berlin geht derzeit von mindestens neun Toten und 50 Verletzten aus. Der Beifahrer des Lkw, der in den Weihnachtsmarkt bei der Gedächtniskirche gefahren war, dürfte sich unter den Toten befinden. Der mutmaßliche Lenker des Lastwagens mit polnischem Kennzeichen wurde festgenommen.

Das Außenministerium in Wien hat derzeit keine Hinweise auf österreichische Opfer bei dem Anschlag in Berlin. Zum jetzigen Zeitpunkt könne dies aber noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, sagte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer am Montagabend gegenüber der APA.

In der österreichischen Botschaft in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der mit den lokalen Behörden in Kontakt stehe. Das Außenministerium habe zudem eine Hotline zu den Geschehnissen in Berlin eingerichtet. Diese sei aus dem Inland unter 0501150/4411 und aus dem Ausland unter 0043/190115/4411 zu erreichen.

Quelle: APA

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