Weltpolitik

Berlin-Anschlag: Polnischer Fahrer doch früher erschossen

Der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri hat einem Medienbericht zufolge früher als bisher vermutet auf den polnischen Lkw-Fahrer geschossen. Das ergab die Obduktion von Lukasz Urban, dessen Lkw Amri vor dem Attentat am Montag vergangener Woche in seine Gewalt gebracht hatte, wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag berichtete. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich dazu nicht.

Berlin.  SN/apa
Berlin.

Es war zuvor vermutet worden, dass der Fahrer bei dem Anschlag am Montagabend in das Lenkrad gegriffen haben könnte, um die Attacke zu beenden. Die "Bild"-Zeitung schrieb nun, Lukasz Urban habe laut der Obduktion zwischen 16.30 Uhr und 17.30 Uhr einen Kopfschuss erlitten. Es sei zwar möglich, dass er zum Zeitpunkt des Attentats gegen 20.00 Uhr noch gelebt habe. Mediziner schließen aber aus, dass er in der Lage gewesen sei, bewusst zu handeln. Die Spuren am Lenkrad seien vermutlich entstanden, als sein Körper dagegen geschleudert worden sei.

Die für die Ermittlungen zuständige Bundesanwaltschaft wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Einzelne Ermittlungsergebnisse würden nicht bekanntgegeben, sagte ein Behördensprecher. Er wollte sich auch zum weiteren Stand der Ermittlungen nicht äußern.

In den vergangenen Tagen waren Forderungen laut geworden, dem polnischen Lkw-Fahrer wegen seines vermuteten Eingreifens während der Ausführung des Anschlags das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. So unterzeichneten zehntausende Menschen eine entsprechende Online-Petition.

Vor einer Woche hatte mutmaßlich der Tunesier Amri einen Lastwagen in den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Dabei wurden zwölf Menschen getötet - darunter der polnische Lkw-Fahrer.

Amri war in der Nacht zum Freitag nach mehrtägiger Flucht in einem Mailänder Vorort in eine Polizeikontrolle geraten und getötet worden.

Quelle: Apa/Ag.

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