Weltpolitik

Bewaffnete griffen Gefängnis in Bahrain an

Bewaffnete Angreifer haben am Sonntag im Golfstaat Bahrain ein Gefängnis angegriffen und einer Reihe von Insassen die Flucht ermöglicht. Wie das Innenministerium des sunnitisch regierten Landes mitteilte, attackierten die Bewaffneten eine Haftanstalt in Jau südlich der Hauptstadt Manama und töteten einen Polizisten.

In dem Gefängnis sitzen zahlreiche Bahrainer, die der schiitischen Bevölkerungsmehrheit angehören und wegen regierungskritischer Proteste verurteilt wurden. Die Sicherheitskräfte des Landes starteten dem Innenministerium zufolge eine großangelegte Suchaktion, um die in den Angriff verwickelten "Terroristen" sowie die entflohenen Gefangenen zu finden und festzunehmen.

Wie viele Häftlinge durch die Attacke auf das Gefängnis fliehen konnten, blieb ebenso unklar wie die Zahl der Angreifer. Nach Angaben von Augenzeugen errichtete die Polizei in der Nähe von schiitischen Dörfern außerhalb der Hauptstadt Straßenblockaden, um Zusammenstöße zu vermeiden.

Der kleine Golfstaat hat eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, wird aber von einer sunnitischen Herrscherdynastie regiert. Im Frühjahr 2011 ließ das Königshaus Proteste der schiitischen Opposition mit Hilfe saudi-arabischer Truppen blutig niederschlagen. Hunderte Menschen wurden festgenommen und dutzende Oppositionelle zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Schiiten forderten mit ihren Protesten eine konstitutionelle Monarchie, einen gewählten Ministerpräsidenten und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen.

Quelle: Apa/Ag.

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