Weltpolitik

Bewaffnete griffen Hotel in Kabul an - Tote und Verletzte

Vier bewaffnete Männer haben ein großes Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen und sich in dem Gebäude Schießereien mit Spezialeinheiten geliefert. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte am späten Samstagabend, es gebe Tote und Verletzte. Offizielle Zahlen gibt es aber nicht. Von den Angreifern dürften mindestens zwei getötet worden sein, hieß es.

Bereits 2011 gab es einen Angriff auf das Intercontinental SN/APA (AFP/Archiv)/MASSOUD HOSSAIN
Bereits 2011 gab es einen Angriff auf das Intercontinental

Laut dem Sprecher drangen die Angreifer über die Küche in den Komplex ein. Ein Augenzeuge sagte, dass die Bewaffneten einige Mitarbeiter und Gäste des Hotels als Geiseln genommen hätten. Es blieb unklar, wer hinter dem Anschlag steckte. Etliche Mitarbeiter und Gäste konnten nach Angaben des Hotelmanagers aber fliehen.

Über mögliche Opfer wurden widersprüchliche Angaben gemacht. Der erste Ministeriumssprecher sagte, es gebe keine offiziellen Zahlen. Ein anderer Vertreter der Behörde sprach von etlichen Toten und mindestens sechs Verletzten.

Zum Zeitpunkt des Angriffs sei keine Veranstaltung in Gang gewesen. Es seien Gäste im Hotel gewesen, aber wie viele und ob unter ihnen Ausländer seien, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Vor der Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan war das Haus auch bei internationalen Gästen sehr beliebt. Ihre Zahl hat aber abgenommen. Der Sender 1TV meldete, im Hotel habe an dem Tag eine Konferenz afghanischer Computerexperten stattgefunden. Rund hundert Menschen hätten teilgenommen, offensichtlich auch Regierungsbeamte.

Das Innenministerium erklärte, die Angreifer hätten in der Küche Feuer gelegt und sich im vierten und fünften Stückwerk verschanzt. Zunächst habe man nur Schusswechsel, aber nicht die Detonation von Sprengstoffwesten gehört. Der Sender Tolo TV zitierte allerdings Anrainer, die sagten, sie hätten zwei Explosionen gehört.

Das Hotel, das schwer bewacht auf einem bewaldeten Hügel an einer großen Straße liegt, war bereits 2011 einmal Ziel eines Angriffs. Die radikalislamischen Taliban hatten damals neun Attentäter losgeschickt, die es schafften, mehrere Sicherheitsposten zu überwinden. Sie rannten die Hotelflure auf und ab und schossen in Zimmer. Etwa ein Dutzend Gäste, Hotelangestellte und Sicherheitskräfte wurden getötet. Die neun Angreifer konnten erst nach mehreren Stunden unschädlich gemacht werden.

Die Sicherheitslage in der afghanischen Hauptstadt hat sich seit Ende der NATO-Kampfmission im Dezember 2014 stark verschlechtert. 2017 gab es dort mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mit insgesamt mehr als 500 Toten. Bei dem ersten Anschlag im neuen Jahr auf einen Sicherheitsposten in einem Wohn- und Geschäftsviertel waren Anfang Jänner mindestens 20 Menschen getötet und 30 verletzt worden.

Quelle: Apa/Ag.

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