Weltpolitik

Biden will Katherine Tai als US-Handelsbeauftragte

Die US-Handelsexpertin Katherine Tai soll Insidern zufolge Handelsbeauftragte in der Regierung des designierten Präsidenten Joe Biden werden. Das berichten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die in Yale und Harvard-studierte Juristin ist derzeit Beraterin eines wichtigen Ausschusses für Handelsfragen im Repräsentantenhaus ("House Ways and Means Committee").

Gewählter Präsident setzt auf China-Expertin SN/APA (AFP)/JIM WATSON
Gewählter Präsident setzt auf China-Expertin

Die 45-jährige Amerikanerin chinesischer Abstammung spricht fließend Mandarin und leitete von 2011 bis 2014 die Durchsetzung des chinesischen Handelsabkommens im Büro des US-Handelsvertreters (USTR). Im August forderte Tai eine andere Herangehensweise an China als den zweieinhalbjährigen Zollkrieg der derzeitigen Regierung. Sie argumentierte, dass die Vereinigten Staaten eine bessere Vorgehensweise brauchten, da Zölle weitgehend defensiver Natur seien.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte mehrmals Strafzölle gegen China verhängt, die Volksrepublik hatte mit Gegenmaßnahmen reagiert. Trump hatte China unter anderem unfaire Handelspraktiken vorgeworfen. Inzwischen haben sich die beiden weltgrößten Volkswirtschaften auf eine erste Teil-Einigung verständigt.

Die Nachricht von Tais Berufung wurde von den Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat begrüßt. Für ihre neue Position muss Tai noch vom Senat bestätigt werden.

Unterdessen ist der Sohn des künftigen US-Präsidenten, Hunter Biden, nach eigenen Angaben ins Visier von Steuerfahndern der US-Bundesregierung geraten. Hunter Biden teilte am Mittwoch (Ortszeit) über das Team seines Vaters mit, seine Anwälte seien am Vortag von der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Delaware erstmals über Ermittlungen der Bundesbehörden gegen seine Person wegen "Steuerangelegenheiten" informiert worden. Er nehme die Sache ernst, sei aber zuversichtlich, dass eine objektive Untersuchung ergeben werde, dass er sich nichts zuschulden habe kommen lassen, so der 50-Jährige.

Bidens Sohn war im Wahlkampf regelmäßig Ziel von Angriffen des nun abgewählten Präsidenten Trump. Dieser erhob gegen Hunter und den Demokraten Joe Biden - der von 2009 bis 2017 Vizepräsident war - Korruptionsvorwürfe. Hintergrund sind fragwürdige Auslandsgeschäfte Hunter Bidens in der Ukraine und in China. Hunter Biden hatte zwischen 2014 und 2019 einen lukrativen Posten im Aufsichtsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma inne. Als Vizepräsident war Joe Biden federführend für die Ukraine zuständig.

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