Weltpolitik

Bildungsinitiative gegen Rechtsextremismus in der Slowakei

Nach rechtsextremen Wahlerfolgen will das slowakische Bildungsministerium Schulen zu Exkursionen in KZ-Gedenkstätten bewegen. Auf einer neuen Empfehlungsliste für die Sekundarstufe stehen etwa das Holocaust-Museum in Sered, das ehemalige deutsche Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und das von deutschen Truppen niedergebrannte Dorf Balaze, wie die Zeitung "Pravda" berichtete.

Fachleute begrüßten die Entscheidung: "Die heutige Jugend ist in vieler Hinsicht erwachsener, besser informiert und bereit für solche psychisch anspruchsvolleren Erfahrungen", sagte Jana Odrobinakova vom Museum des Slowakischen Nationalaufstands in Banska Bystrica. Kritiker bedauerten, dass mit der Empfehlung keine spezielle finanzielle Förderung einhergeht. "Wann und wohin sie fahren, liegt im Ermessen der Schulen", erläuterte das Ministerium.

Die rechtsextreme Volkspartei Unsere Slowakei (LSNS) von Marian Kotleba hatte bei der Parlamentswahl Anfang März mit einer Kampagne gegen Flüchtlinge 8,6 Prozent der Stimmen geholt. Die Slowakei war im Zweiten Weltkrieg ein deutscher Satellitenstaat unter der Führung des katholischen Priesters Jozef Tiso. Ende August 1944 kam es zum Slowakischen Nationalaufstand gegen die deutschen Besatzer und das Kollaborationsregime, der in einen Partisanenkrieg mündete.

Quelle: Apa/Dpa

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