Weltpolitik

Bischof Kräutler mit Memminger Freiheitspreis geehrt

Erwin Kräutler (77), langjähriger Bischof der brasilianischen Amazonasdiözese Xingu, hat den mit 15.000 Euro dotierten "Memminger Freiheitspreis" erhalten. Oberbürgermeister Ivo Holzinger überreichte die Auszeichnung am Sonntag, wie Kathpress berichtete. Kräutler gilt als einer der wichtigsten Kämpfer für die Rechte indigener Völker in Lateinamerika sowie für den Schutz des Regenwaldes.

Bischof Kräutler mit Memminger Freiheitspreis geehrt SN/APA (Archiv)/ROLAND SCHLAGER
Kräutler macht sich für indigene Völker in Lateinamerika stark.

Der Memminger Freiheitspreis erinnert an die im März 1525 von der Kramerzunft der damaligen Reichsstadt abgefassten "Zwölf Bauernartikel". Sie gelten als erste demokratische Verfassungsurkunde auf deutschem Boden. Mit dem Preis werden seit 2005 Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit sowie gegen Machtmissbrauch einsetzen. Zu den Trägern der Auszeichnung gehörten der frühere ungarische Ministerpräsident Gyula Horn, der Schriftsteller Reiner Kunze und die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai.

Kräutler war bis zu seiner Emeritierung im Dezember 2015 Bischof von Xingu, der flächenmäßig größten Diözese in Brasilien. Er wurde 1939 in Vorarlberg geboren und ging 1965 als junger Ordenspriester nach Brasilien. 1981 übernahm er die Leitung der Diözese Xingu.

Kräutler steht seit Jahren unter Polizeischutz, weil ihn die sogenannte Holzmafia mit dem Tod bedroht. Der Geistliche und Mitautor der päpstlichen Umwelt-Enzyklika "Laudato si" erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Alternativen Nobelpreis und den bayerischen Naturschutzpreis.

Quelle: APA

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