Weltpolitik

Boko-Haram-Anführer Shekau offenbar schwer verletzt

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben den Anführer der Islamistengruppe Boko Haram schwer verletzt sowie mehrere Kommandeure der Organisation getötet. Abubakar Shekau sei bei einem Luftangriff auf ein Boko-Haram-Lager an der Schulter "schwer verwundet" worden, erklärte ein Armeesprecher am Dienstag. Allerdings zweifelte ein Experte die Meldung der Armee an.

Boko-Haram-Anführer Shekau offenbar schwer verletzt SN/APA (Archiv/AFP)/HO
Abubakar Shekau schon des öfteren totgesagt.

Shekau war bereits wiederholt für tot erklärt worden, allerdings erwiesen sich die Berichte stets als falsch. Erst vor einer Woche war ein Internetvideo aufgetaucht, in dem Shekau die Berichte über seinen Tod zurückwies. Auf den Aufnahmen wirkte Shekau kräftiger und ruhiger als in früheren Videos.

Offenbar gebe es "keine andere Bestätigung" von Shekaus Verletzung, sagte der Experte Omar Mahmood vom Institut für Sicherheitsstudien in Südafrika. Auch er gab zu bedenken, dass Shekaus Tod bereits mehrfach verkündet worden sei. Gleichwohl komme die Nachricht zu einem "interessanten" Zeitpunkt, da es Brüche innerhalb der Gruppe gebe. Sollte Shekau "ausgeschaltet" werden, würde das seinem Umfeld einen "entscheidenden Schlag versetzen", sagte Mahmood.

Am Dienstag hielt sich auch US-Außenminister John Kerry in Nigeria auf. Bei einer Rede im nördlichen Sokoto lobte er den "effizienten" Kampf der nigerianischen Armee gegen Boko Haram, mahnte aber auch zur Einhaltung der Menschenrechte. In der Vergangenheit hatten zahlreiche Organisationen den nigerianischen Streitkräften immer wieder vorgeworfen, mit exzessiver Gewalt gegen vermeintliche Boko-Haram-Känmpfer vorzugehen.

Shekau hatte die Führung der Extremistengruppe übernommen, nachdem ihr Gründer Mohammed Yusuf 2009 vom Militär getötet worden war. Boko Haram kämpft seit mehreren Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. In dem Konflikt wurden schon mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen weitere zur Flucht gezwungen.

Nach der Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad griffen diese militärisch ein und drängten die Rebellengruppe deutlich zurück. Dafür setzt Boko Haram nun aber verstärkt auf Anschläge auf die Zivilbevölkerung.

Quelle: Apa/Dpa

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