Weltpolitik

Bolton sieht Teheran hinter Angriff auf Schiffe vor Emiraten

Gut zwei Wochen nach den Angriffen auf Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) richten die USA schwere Vorwürfe gegen den Iran. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, sagte am Mittwoch, die Attacken seien "so gut wie sicher" mit iranischen Seeminen verübt worden.

Bolton vermutet hinter Angriff Seeminen aus dem Iran SN/APA (AFP)/BRENDAN SMIALOWSKI
Bolton vermutet hinter Angriff Seeminen aus dem Iran

Sie stünden in Verbindung zu einem späteren Drohnenanschlag auf Ölpumpstationen von Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline und zu einem Raketenangriff auf das Regierungs- und Botschaftsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad. Der Iran wies die Vorwürfe umgehend zurück. Präsident Hassan Rouhani knüpfte seine Bereitschaft zum Gespräch mit den USA an die Aufhebung von deren Sanktionen gegen sein Land.

Bereits einige Tage vor dem Angriff auf die Öltanker habe es zudem eine erfolglose Attacke auf den saudi-arabischen Hafen Janbu gegeben, sagte Bolton bei einem Besuch im Emirat Abu Dhabi. "Wir nehmen all dies sehr ernst. Diese Angriffe passten leider zu sehr ernsthaften Informationen über eine Bedrohung, die wir erhalten hatten. Das ist ein Grund, weshalb wir unser Abschreckungspotenzial in der Region erhöht haben." Konkrete Beweise für die Verantwortung des Iran legte er nicht vor.

Das iranische Außenministerium sprach von einer "lächerlichen Behauptung" und warf Bolton Kriegstreiberei vor. "Herr Bolton und die anderen Kriegstreiber, die Chaos verursachen wollen, sollten wissen, dass die Strategie der Geduld, die große Wachsamkeit und die optimale Verteidigungsbereitschaft der Islamischen Republik Iran die Realisierung ihrer diabolischen Wünsche in der Region verhindern werden", erklärte der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Mitte Mai hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte gegen vier Öltanker bekanntgemacht, zwei der Schiffe stammten aus Saudi-Arabien. Der Iran bestreitet eine Verwicklung in diese Angriffe ebenso wie in den Anschlag auf die Ölpumpstationen und den Raketenabschuss auf Bagdad. Zu dem Drohnenangriff auf die Ölanlagen hat sich die vom Iran unterstützte Houthi-Rebellen im Jemen bekannt. Saudi-Arabien wirft der Führung in Teheran vor, den Angriff angewiesen zu haben. Trump ließ zuletzt US-Kriegsschiffe und Bomber in die Region verlegen. Seit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran vergangenes Jahr hat er neue Sanktionen verhängt, um ein stärkeres Entgegenkommen der Islamischen Republik zu erzwingen.

Quelle: Apa/Ag.

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