Weltpolitik

Bombenexplosionen in Kabul, Gefechte in Afghanistan

Im Osten Afghanistans sind bei Gefechten in der Nacht auf Montag mindestens sechs Soldaten getötet worden. Das teilte ein Sprecher der Provinz Laghman mit. Zwei Provinzräte sprachen hingegen von mindestens 20 Toten und vielen Verwundeten. Zudem wurden in der Hauptstadt Kabul bei vier Explosionen innerhalb weniger Stunden am Montagmorgen vier Zivilisten verletzt.

Unter den Verletzten befinde sich auch ein Kind, sagte ein Polizeisprecher. Das Innenministerium berichtete zudem, es seien zwölf Männer festgenommen worden, die im Verdacht stünden, Minen in Kabul platziert zu haben.

Am Wochenende hatte Afghanistans Sicherheitsrat angekündigt, den Gefangenenaustausch mit den Taliban zu unterbrechen. Afghanistan habe inzwischen 1.000 inhaftierte Taliban freigelassen und erwarte nun ein Entgegenkommen der islamistischen Gruppe. Erst wenn die Taliban 200 Sicherheitskräfte freiließen, wolle man den Gefangenentausch fortführen. Bisher seien nur 105 gefangene Soldaten und Polizisten frei gekommen.

Der Gefangenenaustausch war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) unterzeichnet hatten. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Bis zu 5.000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen. Der gewaltsame Konflikt geht dennoch weiter.

Quelle: Apa/Ag.

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