Weltpolitik

Breivik-Anwalt: Massenmörder sollte Besuch bekommen dürfen

Der Anwalt des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik hat zum Ende des Berufungsprozesses um die Haftbedingungen des Verbrechers das Recht auf mehr Besuch für seinen Mandanten gefordert. Die Regeln, von wem Breivik Besuch empfangen dürfe, seien zu streng, erklärte Öystein Storrvik am Mittwoch im Gericht.

Breivik hat einen "professionellen Besuchsfreund".  SN/APA (AFP/NTB Scanpix)/LISE AARES
Breivik hat einen "professionellen Besuchsfreund".

"Man kann argumentieren, dass das seine eigene Schuld ist, wenn er sagt, dass er nur Rechtsextreme treffen will", sagte der Anwalt. Tatsache sei aber, dass er keinen Besuch bekomme. Breivik hatte wegen seiner Isolationshaft gegen den Staat geklagt und teilweise Recht bekommen. Ein Gericht hatte geurteilt, dass die Länge und die schlechte Begründung der Isolation Breiviks Menschenrechte verletzten. Gegen das Urteil hatten beide Seiten Berufung eingelegt.

In dem neuen Prozess hatte der Terrorist Umgang mit Mitgefangenen gefordert. Dem professionellen "Besuchsfreund", für den das Gefängnis seit Jänner vergangenen Jahres 164.000 Kronen (18.000 Euro) bezahlt habe, könne sich Breivik nicht anvertrauen, sagte Storrvik. Nur mit einem Priester und seinem Anwalt könne er im Vertrauen sprechen.

Breiviks Verhalten im Gefängnis beschrieb sein Anwalt als tadellos. Um seine mentale Gesundheit stehe es aber nicht gut. "Das ist ganz gesunder Menschenverstand, dass, wenn er mit solchen Problemen alleine ist, diese schlimmer werden", sagte Storrvik am Mittwoch. Der Rechtsextremist selbst hatte im Prozess erklärt, es gehe ihm gut. Breivik hatte im Sommer 2011 in Oslo und auf der Insel Utöya 77 Menschen getötet. Ein Urteil zu den Haftbedingungen sollte im Februar verkündet werden.

Quelle: Apa/Dpa

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