Weltpolitik

Bruce Springsteen spielte Geheimkonzert für Obama

"Es war eine demütige, stille Geste von Bruce, um sich bei Präsident Obama, dem Personal und dessen Familien zu bedanken", berichtet ein Anwesender.

Bruce Springsteen (67) hat im Weißen Haus ein Abschiedskonzert für den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama und seine Angestellten gespielt. "Es war eine demütige, stille Geste von Bruce, um sich bei Präsident Obama, dem Personal und dessen Familien zu bedanken", berichtet ein Anwesender im Springsteen-Fanmagazin backstreets.com. Demnach spielte Springsteen am Donnerstag vergangener Woche "in familiärer Atmosphäre" vor etwa 250 Gästen im Ostflügel der Präsidentenresidenz ein Akustik-Set von 15 Songs aus allen Schaffensperioden. Der Präsident und die First Lady seien bei dem Geheim-Gig auch dabei gewesen. Springsteens Ehefrau Patti Scialfa (63) unterstützte den "Boss" gesanglich bei zwei Songs.

Zwischen den Songs habe Springsteen über Politik gesprochen und über die Entstehung der vorgetragenen Stücke, berichtet der Angestellte. Der Rocker hatte zum Beispiel bereits bei der Feier zur Amtseinführung Obamas vor acht Jahren gespielt. Bei der bevorstehenden Einführung von Obamas Nachfolger Donald Trump am Freitag wollte Springsteen - ebenso wie zahlreiche andere Künstler, darunter auch die bekannteste Springsteen-Coverband - nicht auftreten.

Die letzten Worte des scheidenden Präsidenten

Mit einer nachdrücklichen Unterstützung der zentralen Rolle von Medien für eine funktionierende Demokratie hat sich US-Präsident Barack Obama am Mittwochabend von den Journalisten verabschiedet. "Amerika braucht Sie, und die Demokratie braucht Sie", sagte er in Washington. Er hoffe sehr, dass die faktenbasierte und kritische Arbeit der Medien auch künftig fortgesetzt werden könne.

"Sie hier im Gebäude zu haben, macht uns aufrichtiger und lässt uns härter arbeiten", sagte Obama. Er scheidet am Freitag aus dem Amt. Donald Trump wird sein Nachfolger. Seinem viel kritisierten Nachfolger schrieb Obama ins Stammbuch: "Die Realität hat es an sich, zurückzuschlagen, wenn du sie nicht ausreichend beachtest."

Obama: "Diesen Job kann man nicht alleine machen"

Später sagte er: "Dieser Job hat eine solches Ausmaß, den kann man nicht alleine machen." Das sei der vermutlich beste Rat, den er Trump geben könne. Problematisch sei es, wenn man sich isoliert fühle oder die Mitarbeiter nur noch das weitergäben, was man hören wolle. "Dann beginnt man, Fehler zu machen."

Obama sagte, er wolle sich in die aktuelle Politik künftig nur einmischen, wenn er den Eindruck gewinne, dass fundamentale Werte der Vereinigten Staaten verletzt würden. Als Beispiele nannte er etwa den Umgang mit Rassenfragen oder den Umgang mit Zuwandererkindern.

Der scheidende Präsident gab sich bei seiner letzten Rede nachdenklich und ernst. SN/APA (AFP)/YURI GRIPAS
Der scheidende Präsident gab sich bei seiner letzten Rede nachdenklich und ernst.

Den Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bezeichnete Obama als eines der wesentlichen Politikfelder für seinen Nachfolger. Er sei besorgt, dass sich das Zeitfenster für eine Zwei-Staaten-Lösung schließen könnte. "Wir können die Parteien nicht zum Frieden zwingen", sagte er. Die USA könnten nur versuchen, einen Rahmen für Friedensgespräche zu ermöglichen.

An seinem drittletzten Amtstag verteidigte Obama die Begnadigung der Wikileaks-Informantin Chelsea Manning. Das ursprüngliche Strafmaß von 35 Jahren Haft sei im Vergleich zu anderen Urteilen gegen sogenannte Whistleblower nicht verhältnismäßig gewesen. "Ich bin guten Mutes, dass der Gerechtigkeit genüge getan ist und trotzdem ein Zeichen gesetzt wurde", sagte Obama.

Obama sprach hat sich gegen eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aus. Er sehe dafür die Bedingungen etwa in der Ukraine nicht erfüllt. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit Russland liege gleichwohl im Interesse der Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft, sagte Obama. Trump hat sich für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen und eine Neubewertung der Sanktionen angedeutet.

Obama mahnte, die USA müssten ihre Vorbildfunktion in Sachen Demokratie und Menschenrechte fortsetzen. Sie seien hier sicher nicht perfekt, aber meistens auf der richtigen Seite gewesen.

Quelle: APA

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