Weltpolitik

Burka-Affäre: Johnson muss sich Disziplinarverfahren stellen

Ex-Außenminister Boris Johnson muss sich wegen umstrittener Burka-Äußerungen einem Disziplinarverfahren der Konservativen Partei in Großbritannien stellen. Das berichteten mehrere Medien am Donnerstag unter Berufung auf Parteikreise. Im Extremfall droht ihm dabei der Ausschluss aus der Fraktion oder sogar aus der Partei. Auch Premierministerin Theresa May kritisierte seine Aussagen.

Johnson könnte aus der Fraktion oder der Partei ausgeschlossen werden SN/APA (AFP/Archiv)/DANIEL LEAL-OLI
Johnson könnte aus der Fraktion oder der Partei ausgeschlossen werden

Johnson steht seit Tagen in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in seiner wöchentlichen Kolumne im "Telegraph" am Montag mit "Bankräubern" und "Briefkästen" verglichen hatte. Ihm wird vorgeworfen, damit Stimmung gegen Muslime machen zu wollen und sich bei rechtskonservativen Wählern anzubiedern.

Selbst Premierministerin Theresa May hatte sich den Forderungen nach einer Entschuldigung angeschlossen. "Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein", sagte May. Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl. Johnson lehnte Berichten zufolge eine Entschuldigung ab.

Johnson war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt. Nach einer Umfrage unter Tory-Anhängern von Anfang August ist er der Favorit für die Nachfolge von Premierministerin May. Diese Hoffnungen wären mit einem Ausschluss aus der Fraktion jedoch passe.

Quelle: Apa/Dpa

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