Weltpolitik

Burundis Umweltminister bei Mordanschlag getötet

Im ostafrikanischen Krisenstaat Burundi ist Umweltminister Emmanuel Niyonkuru bei einem Mordanschlag getötet worden. Der auch für Wasser und Planung zuständige Minister wurde nach Polizeiangaben am Sonntag kurz nach Mitternacht in der Hauptstadt Bujumbura erschossen.

Der 54-Jährige sei auf dem Nachhauseweg von einem Angreifer mit einer Schusswaffe getötet worden, erklärte ein Polizeisprecher im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nach dem Attentat sei eine Frau festgenommen worden.

Präsident Pierre Nkurunziza sprach in einer Twitter-Mitteilung der Familie des Getöteten und "allen Burundiern" sein Beileid aus. Er versprach, die Verantwortlichen zu bestrafen. Im November war bereits Nkurunziza Sprecher Willy Nyamitwe nur knapp einem Mordanschlag entgangen.

Burundi befindet sich in einer Dauerkrise, seit Nkurunziza im April 2015 ankündigte, für ein drittes Mandat im Amt zu bleiben. Trotz massiver Proteste der Opposition wurde Nkurunziza im Juli 2015 im Amt bestätigt. Bei Ausschreitungen und der Verfolgung der Opposition wurden mehr als 500 Menschen getötet. 300.000 Menschen flohen vor der Gewalt außer Landes.

Die Opposition wirft Nkurunziza Verfassungsbruch und eine Verletzung des im Jahr 2006 geschlossenen Abkommens von Arusha vor. Dieses sollte nach 13 Jahren Bürgerkrieg mit 300.000 Toten den Frieden in Burundi besiegeln. Es schrieb fest, dass das Staatsoberhaupt nach spätestens zwei Amtszeiten die Macht abgeben muss.

(Apa/Ag.)

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