Weltpolitik

Chef der US-Umweltbehörde zweifelt daran, dass Menschen zum Klimawandel beitragen

Die Wissenschaft ist sich einig. Der Mensch und seine derzeitige Lebensweise tragen wesentlich zu Erderwärmung und Klimawandel bei. Der neue Chef der US-Umweltbehörde, Scott Pruitt, sieht das nun anders. Er zweifelt daran, dass Kohlendioxid einer der Hauptverursacher der Erderwärmung ist.

Scott Pruitt zweifelt an den Erkentnissen der Klimaforschung. SN/AP
Scott Pruitt zweifelt an den Erkentnissen der Klimaforschung.

Der neue Chef der amerikanischen Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, hält das Treibhausgas Kohlendioxid für keinen wesentlichen Verursacher der Erderwärmung. "Den menschlichen Einfluss auf das Klima präzise zu messen, ist eine große Herausforderung. Die Einschätzungen über das Ausmaß des Einflusses gehen erheblich auseinander. Ich glaube deswegen nicht, dass Kohlendioxid einer der Hauptverursacher der Erderwärmung ist", sagte Pruitt in einem Interview in Washington.
Pruitt befindet sich damit im fundamentalen Gegensatz zu den meisten Klimaforschern. Die Weltorganisation für Meteorologie hatte kürzlich erklärt, die Rekordhöhe der Konzentration von Kohlendioxid und Methangas trage zum Klimawandel bei.
Auch seine eigene Behörde hat bisher eine andere Auffassung vertreten. Auf der Website der EPA ist in einem Beitrag über Auslöser für den Klimawandel zu lesen: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass menschliche Aktivitäten der Hauptgrund für die Erwärmung sind."

Pruitt: Klage gegen Obamas Klimaschutzpolitik

Für Pruitt ist seine jüngste Aussage jedoch nicht ungewöhnlich. Bei seiner Anhörung vor dem Senat hatte er ebenfalls gesagt, es sei höchst umstritten, in welchem Ausmaß der Mensch für die Erderwärmung verantwortlich sei. Auch als Generalstaatsanwalt von Oklahoma hatte sich Pruitt zum Kämpfer gegen die Umweltschützer aufgeschwungen: Er war einer der Architekten der Gerichtsklage von 28 Gliedstaaten gegen das Herzstück von Präsident Obamas Klimaschutzpolitik, den "Clean Power Plan". Die Klage ist derzeit vor dem Bundesberufungsgericht in Washington anhängig. Pruitt liegt somit gerichtlich im Streit mit der Behörde, die er nun leitet.

In dem TV-Interview beschrieb der EPA-Chef das Paris-Abkommen - in Übereinstimmung mit US-Präsidetn Donald Trump - als "schlechten Deal". Pruitt kritisierte auch, dass der frühere Präsident Barack Obama den Beitritt der USA zu der Vereinbarung ohne Abstimmung im Kongress ratifiziert hatte. Der EPA-Chef ließ aber ebenso wie Trump offen, ob die USA unter der neuen Regierung das Abkommen aufkündigen wird.

Quelle: SN

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