Weltpolitik

China schickt Sondergesandten nach Seoul

Nach dem Angebot von Gesprächen auf hoher Ebene zwischen Nord- und Südkorea schickt China einen Sondergesandten nach Seoul. Vizeaußenminister Kong Xuanyou werde am Freitag und Samstag zu einem "Meinungsaustausch" mit dem südkoreanischen Beauftragten für Friedensgespräche, Lee Do-hoon, nach Südkorea reisen, teilte das Außenministerium in Peking am Donnerstag mit.

Nord- und Südkorea hatten in den vergangenen Tagen vorsichtige Signale der Entspannung ausgesandt: Die Neujahrsansprache von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un wurde als Zeichen der Dialogbereitschaft mit dem Süden gewertet. Am Dienstag schlug Seoul für kommende Woche Gespräche mit dem Norden auf hoher Ebene vor. Am Mittwoch gaben Nord- und Südkorea einen seit knapp zwei Jahren abgeschalteten Kommunikationskanal wieder frei und führten ein erstes Gespräch über die Leitung.

Bei den geplanten Gesprächen auf hoher Ebene am kommenden Dienstag soll es um "Themen von gemeinsamem Interesse" gehen, darunter eine mögliche Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar.

Kim hatte in seiner Neujahrsansprache angedeutet, sein Land könne an den Winterspielen teilnehmen. Der Chef des Organisationskomitees der Winterspiele, Lee Hee-beom, sagte am Mittwoch, Südkorea sei gut vorbereitet auf eine Teilnahme nordkoreanischer Sportler. Demnach steht ein Kreuzfahrtschiff bereit, um die Athleten aus dem Norden in den Süden zu befördern und während der Spiele zu beherbergen.

US-Präsident Donald Trump schreibt die jüngste Annäherung zwischen Nord- und Südkorea seiner eigenen Position der Stärke zu. "Glaubt wirklich irgendjemand, Gespräche und Dialog zwischen Nord- und Südkorea würden weitergehen, wenn ich nicht standfest und stark wäre - willens, unsere totale "Macht" gegen den Norden einzusetzen?" twitterte Trump am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

Das schrieb er offensichtlich unter Bezug auf die atomare Bewaffnung der USA. Eine solche Einschätzung sei närrisch, meinte Trump - aber Gespräche seien eine gute Sache. Nord- und Südkorea hatten sich zuletzt angenähert und standen vor einem möglichen Treffen in der kommenden Woche.

(Apa/Ag.)

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