Weltpolitik

Cyber-Attacke für Clinton persönliche Rache Putins

Hillary Clinton, unterlegene Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, bewertet angebliche russische Versuche einer Wahlbeeinflussung als Angriff auf die Vereinigten Staaten. Clinton erhob schwere persönliche Anschuldigungen gegen Russlands Präsident Wladimir Putin. Russland versuche, die Demokratie in den USA zu unterminieren, so Clinton.

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"Das war nicht nur eine Attacke gegen mich und meinen Wahlkampf", sagte Clinton nach Angaben der "New York Times" in der Nacht zu Freitag bei einer Veranstaltung in New York. "Dies geht über normale politische Belange weit hinaus." Putin habe sich mit den Angriffen persönlich an ihr rächen wollen. Russland versuche, mit seinen Cyberangriffen auf Einrichtungen der US-Demokraten die Demokratie an sich und die Sicherheit des Landes zu unterminieren, sagte Clinton.

Es war das erste Mal, dass Clinton sich nach der Wahl so zu diesem Thema äußerte. Sie fügte hinzu, der Brief von FBI-Direktor James Comey, mit dem das Thema ihrer E-Mail-Affäre kurz vor der Wahl neuen Schwung erhielt, habe sie im engen Rennen in besonders umkämpften US-Staaten die entscheidenden Stimmen gekostet.

Unterdessen hat sich auch das FBI den Vorwürfen einer Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Cyberangriffe seitens Russlands angeschlossen. Das berichtet die "Washington Post" am Freitag. Die Bundespolizei hatte die Geheimdiensterkenntnisse der CIA bisher nicht offziell geteilt.

Die Zeitung berichtet nun, auch der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper gehe von russischen Hackerangriffen aus, die die Wahl zum Wohle des Republikaners Donald Trump hätten beeinflussen sollen. Die "Washington Post" zitiert aus einem internen Schreiben von CIA-Direktor John Brennan. Dort schreibt er, er sei sich nach einem Treffen mit Clapper und FBI-Direktor James Comey einig über die russischen Absichten, die Wahl zu beeinflussen. Das gelte für ihre Absicht, ihr Ausmaß und ihre Anlage.

Trump hatte die bisherigen Erkenntnisse und Vorhalte bisher rundweg abgetan. Einige Abgeordnete der Republikaner hatten in den vergangenen Tagen zu seiner Verteidigung angeführt, das FBI habe sich den Vorwürfen der CIA nicht angeschlossen.

US-Präsident Barack Obama hat Putin bereits persönlich aufgefordert, die Cyber-Angriffe einzustellen. Er habe darüber mit Putin im September am Rande des G-20-Gipfels in China gesprochen, sagte Obama am Freitag in Washington bei seiner Jahresabschluss-Pressekonferenz.

Er habe dem russischen Präsidenten gesagt, dass es andernfalls sehr ernste Konsequenzen geben werde. Man müsse sich fragen, in welchem Zustand das politische System sei, wenn eine so wichtige Wahl von solchen Cyberangriffen dermaßen beeinflussbar sei, sagte Obama. Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton sei nicht fair behandelt worden, sagte Obama. "Die Berichterstattung über sie war beunruhigend."

Quelle: Apa/Dpa

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