Weltpolitik

Das sind die Gewinner und Verlierer der Briten-Wahl

Nicht nur Boris Johnson konnte als Sieger aus der Wahl in Großbritannien hervorgehen - und nicht nur Labour-Chef Jeremy Corbyn hat verloren. Wer gehört zu den Gewinnern, wer zu den Verlierern der Briten Wahl.

Hat sich durchgeboxt: der neue und alte britische Premierminister Boris Johnson. SN/AFP
Hat sich durchgeboxt: der neue und alte britische Premierminister Boris Johnson.

Das sind die Gewinner

Boris Johnson

Boris Johnson hat sein Volk mehrfach belogen, er flog im Privatjet zu Wahlkampfterminen, er kämpfte aber auch unermüdlich wie ein Berserker für sein großes Ziel. Genau dort ist der politische Zampano in der Nacht zum Freitag angekommen. Die Wahl am Donnerstag hat Boris Johnson vom ewig unterschätzten politischen Leichtgewicht zu einer Persönlichkeit gemacht, die in Großbritannien eine Ära prägen könnte - ob positiv oder negativ ist noch nicht klar.

Boris Johnson mit seiner Freundin Carrie Symonds vor der Downings Street 10. SN/AP
Boris Johnson mit seiner Freundin Carrie Symonds vor der Downings Street 10.

Nicola Sturgeon

Die Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), Nicola Sturgeon, hat nach der Parlamentswahl in Großbritannien angekündigt, für ein zweites Unabhängigkeits-Referendum kämpfen zu wollen. Die sozialdemokratisch und pro-europäisch ausgerichtete Schottische Nationalpartei hat bei der Wahl am Donnerstag hervorragend abgeschnitten und wird Vorhersagen zufolge möglicherweise mehr als 50 der 59 schottischen Parlamentssitze gewinnen.

Auch Nicola Sturgeon darf sich über das Wahlergebnis freuen.  SN/APA/AFP/ANDY BUCHANAN
Auch Nicola Sturgeon darf sich über das Wahlergebnis freuen.

Donald Trump

Selbst in den USA gibt es Gewinner nach der Briten-Wahl. US-Präsident Donald Trump hat dem britischen Premierminister Boris Johnson zu dessen "großartigen Sieg" bei der Parlamentswahl gratuliert. "Großbritannien und die Vereinigten Staaten werden nun nach dem Brexit frei sein, ein riesiges Handelsabkommen zu schließen", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. "Dieser Deal hat das Potenzial, weitaus größer und lukrativer zu sein, als jeder Deal, der mit der EU geschlossen werden kann", schrieb Trump weiter. "Feiert Boris!" Beide Politiker stehen sich politisch nahe. Großbritannien und die USA wollen ein gemeinsamen Handelsabkommen abschließen, sobald Großbritannien aus der EU ausgetreten und nicht mehr an EU-Regelungen gebunden ist.

Donald Trump und Boris Johnsons wollen nach dem Brexit ein „riesiges Handelsabkommen“ schließen, schrieb der US-Präsident auf Twitter.  SN/AP
Donald Trump und Boris Johnsons wollen nach dem Brexit ein „riesiges Handelsabkommen“ schließen, schrieb der US-Präsident auf Twitter.

Das sind die Verlierer

Jeremy Corbyn

"Oh, Jeremy Corbyn!" - die Zeiten, als der bisherige Labour-Parteichef mit Sprechchören auf Festivals gefeiert wurde, sind vorbei. Der Alt-Rockstar der britischen Linken ist im Brexit-Strudel untergegangen. Der Ausgang der britischen Parlamentswahl war für Labour verheerend. Corbyn kündigte an, seine Partei nicht mehr in einen Wahlkampf führen zu wollen. Er wolle bis zum Ende einer Übergangszeit jedoch Parteichef bleiben. Bei der Wahl 2017 hatte Labour mit Corbyn als Frontmann den Konservativen noch mehr als zwei Dutzend Mandate abgejagt und sie in eine Minderheitsregierung gezwungen. Doch jetzt ging es steil bergab.

Mit hängenden Schultern und sichtlich enttäuscht zeigte sich Corbyn nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse. SN/APA/AFP/ISABEL INFANTES
Mit hängenden Schultern und sichtlich enttäuscht zeigte sich Corbyn nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse.

Jo Swinson

Die Chefin der britischen Liberaldemokraten, Jo Swinson, hat in einer für ihre Partei enttäuschenden Wahlnacht ihr Mandat verloren und ist zurückgetreten. Das Amt der 39-jährigen übernehmen zunächst ihr Stellvertreter Ed Davey und Parteipräsidentin Sal Brinton, wie die Partei am Freitag mitteilte. Neue Wahlen für den Parteivorsitz fänden im kommenden Jahr statt. Swinson hatte ihren Sitz in Dunbartonshire East in Schottland an die Kandidatin der Schottische Nationalpartei SNP verloren.

Die Chefin der Liberaldemokraten, Jo Swinson, muss ihr Mandat für das britische Unterhaus abgeben.  SN/APA/AFP/PAUL ELLIS
Die Chefin der Liberaldemokraten, Jo Swinson, muss ihr Mandat für das britische Unterhaus abgeben.

Nigel Dodds

Bei der britischen Parlamentswahl sind auch die nordirischen Unionisten mit einem Denkzettel für ihren Brexit-Kurs bedacht worden. Der Fraktionschef der "Democratic Unionist Party" (DUP), Nigel Dodds, hat seinen Parlamentssitz in Belfast an einen Vertreter der irisch-nationalistischen Sinn Fein verloren. Die DUP hatte in Nordirland mit ihrem Brexit-Kurs viele Sympathien verspielt.

Verlor ebenfalls seinen Platz im Unterhaus: Nigel Dodds von der DUP. SN/APA/AFP/PAUL FAITH
Verlor ebenfalls seinen Platz im Unterhaus: Nigel Dodds von der DUP.
Quelle: SN, Dpa

Aufgerufen am 22.01.2021 um 09:11 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/das-sind-die-gewinner-und-verlierer-der-briten-wahl-80614627

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