Weltpolitik

Deutscher Außenminister: "Brauchen Russland als Partner"

Nach der Ausweisung Dutzender westlicher Diplomaten im Streit mit Russland um den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien betonte der deutsche Außenminister Heiko Maas gegenüber der Zeitung "Bild am Sonntag" die Dialogbereitschaft Deutschlands. "Durch das russische Verhalten der letzten Jahre ist ohne Zweifel viel Vertrauen verloren gegangen", sagte Maas.

Maas: Deutschland ist dialogbereit SN/APA (AFP)/ANGELA WEISS
Maas: Deutschland ist dialogbereit

"Gleichzeitig brauchen wir Russland als Partner, etwa für die Lösung regionaler Konflikte, für Abrüstung und als wichtige Stütze der multilateralen Ordnung", so der SPD-Politiker. "Wir sind deshalb offen für den Dialog und setzen darauf, das Vertrauen wieder Stück für Stück aufzubauen, wenn Russland dazu auch bereit ist."

Der Schulterschluss der Europäer in der Russland-Politik sei dennoch richtig gewesen, sagte Maas. "Aus Solidarität mit Großbritannien aber auch als Signal der Geschlossenheit."

Auch vier Angehörige der deutschen Botschaft müssen Russland verlassen. Moskau reagierte mit den Ausweisungen auf die Entscheidung von rund 25 Staaten sowie der NATO, mehr als 140 russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Auch Deutschland hatte vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt.

Der Schlagabtausch ist Teil des Konfliktes um den vergifteten Ex-Agenten Skripal und seiner Tochter Julia in Großbritannien. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. London bezichtigt daher den Kreml als Drahtzieher. Moskau weist die Anschuldigungen zurück. Mehrere Staaten, darunter Österreich, haben sich nicht an den Diplomatenausweisungen beteiligt.

Quelle: Apa/Dpa

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