Weltpolitik

Deutscher Nationalpreis geht an Anita Lasker-Wallfisch

Der mit 30.000 Euro dotierte Deutsche Nationalpreis geht in diesem Jahr an die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch. Damit werde eine starke Streiterin im Kampf gegen den Antisemitismus ausgezeichnet, der in Deutschland und in vielen anderen westlichen Ländern wieder zunehmend in Erscheinung trete, teilte die von Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) gegründete Nationalstiftung mit.

Anita Lasker-Wallfisch spielte im Frauen-Orchester im KZ Auschwitz SN/APA/dpa (Archiv)/Wolfgang Kumm
Anita Lasker-Wallfisch spielte im Frauen-Orchester im KZ Auschwitz

Die Auszeichnung wird am 10. September in Berlin verliehen. "Die Deutsche Nationalstiftung will damit unterstreichen, dass aus ihrer Sicht das entschlossene Eintreten gegen alle Formen von Antisemitismus Teil der deutschen Identität sein muss", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Mirow. Zudem wurde ein Förderpreis in Höhe von 20.000 Euro ausgeschrieben. Ihn soll eine Organisation erhalten, die sich in der Bekämpfung des Antisemitismus engagiert und dabei vor allem junge Menschen anspricht.

Anita Lasker-Wallfisch, Jahrgang 1925, war zusammen mit ihrer Schwester Renate in den Vernichtungslagern Auschwitz und Bergen-Belsen, die sie vor allem dank ihres Mitwirkens im Frauen-Orchester überlebten. Kurz nach Kriegsende emigrierte Lasker-Wallfisch nach Großbritannien, wo sie bis heute lebt. Seit 1994 informiert sie Schüler und Jugendliche in Deutschland über die Gräuel der Nazi-Zeit und die Folgen von Antisemitismus. Die Stiftung verleiht den Deutschen Nationalpreis seit 1997 jährlich. Zuletzt erhielt ihn der Literaturwissenschaftler und Philosoph Rüdiger Safranski.

Quelle: Apa/Dpa

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