Weltpolitik

Deutschland holt im November Flüchtlinge aus Griechenland

Die deutsche Regierung will im November die ersten von künftig 500 Flüchtlingen pro Monat aus Griechenland nach Deutschland holen. Eine Sprecherin des deutschen Innenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: "Wir haben aus Griechenland und Italien schon Akten über jeweils mehr als 500 Flüchtlinge bekommen, sie werden jetzt im BAMF geprüft."

Im November könnte demnach das erste Flugzeug aus Griechenland in Deutschland landen. Zuerst hatte das "Handelsblatt" (Donnerstag) darüber berichtet. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien vor wenigen Wochen angekündigt, monatlich jeweils 500 Schutzsuchende aus Italien und Griechenland nach Deutschland zu holen. Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist dabei, unter den Vorschlägen der griechischen und italienischen Behörden geeignete Fälle auszusuchen.

Vor gut einem Jahr hatten die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen, 160.000 Flüchtlinge innerhalb der EU umzuverteilen ("Relocation"). Deutschland hatte die Aufnahme von 27.000 Menschen zugesagt, sich wegen der hohen Flüchtlingszahlen im eigenen Land aber an dem Verfahren bisher nur sehr zögerlich beteiligt. Weil inzwischen wesentlich weniger Flüchtlinge in Deutschland ankommen, sieht sich die deutsche Regierung in der Lage, Italien und Griechenland stärker zu entlasten. Bisher hat Deutschland 2.250 freie Plätze gemeldet, tatsächlich wurde 216 Menschen aufgenommen.

Österreich hatte sich vor einem Jahr zur Aufnahme von 1.953 Flüchtlingen (1.491 über Griechenland, 462 über Italien eingereist) verpflichtet, hat bisher aber keine freien Plätze gemeldet.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 22.09.2018 um 03:10 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/deutschland-holt-im-november-fluechtlinge-aus-griechenland-955405

Schlagzeilen