Weltpolitik

Diese bekannten Gesichter haben den Sprung ins EU-Parlament geschafft

Der Satiriker Martin Sonneborn von "Der Partei" bekommt Unterstützung: Welche Prominenten nun eine Zweit-Karriere als EU-Politiker starten.

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont erreichte mit der katalanischen Separatistenpartei Junts per Catalunya 4,6 Prozent der Stimmen in Spanien.  SN/APA/AFP/EMMANUEL DUNAND
Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont erreichte mit der katalanischen Separatistenpartei Junts per Catalunya 4,6 Prozent der Stimmen in Spanien.

Carles Puigdemont

Eigentlich ist der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont schon im Herzen von Europa: Seit eineinhalb Jahren lebt der Spanier in Belgien im Exil. Und nun hätte er bei der Europawahl ein Mandat errungen. Die katalanische Separatistenpartei Junts per Catalunya erreichte 4,6 Prozent der Stimmen in Spanien und erhält daher zwei der 54 spanischen EU-Mandate. Doch ob Puigdemont sein Amt als EU-Abgeordneter antreten kann, ist fraglich. Denn nach spanischem Wahlrecht müssen alle gewählten Europaabgeordnete vor ihrem Mandatsantritt auf die Verfassung schwören - und zwar in Madrid. Die Krux: Puigdemont wird von der spanischen Justiz wegen Rebellion gesucht. Reist er in Spanien ein, könnte er festgenommen werden. Bei einem Prozess drohen dem katalanischen Separatistenführer 30 Jahre Haft. Am Montag kündigte Puigdemont nun an, dass er die Auflage des spanischen Wahlrechts beim Europäischen Gerichtshof anfechten werde.

Sarah Wiener freut sich über den Einzug ins EU-Parlament. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Sarah Wiener freut sich über den Einzug ins EU-Parlament.

Sarah Wiener

Die österreichische Fernsehköchin Sarah Wiener wird in den kommenden fünf Jahren weniger die Pfannen in ihrem Berliner Restaurant schwingen, sondern wird sich der EU-Politik widmen. Die Quereinsteigerin hat als Listenzweite der Grünen den Sprung in das Europäische Parlament geschafft. Das gute Ergebnis ihrer Partei hat selbst Wiener überrascht: "Damit hat keiner gerechnet", sagt die Fernsehköchin noch am Wahlabend. Als Expertin für Ernährung und Landwirtschaft will sich Wiener mit diesen Themen im Parlament befassen.

Der Kabarettist Nico Semsrott ist für seinen schwarzen Humor bekannt.  SN/wikimedia commons
Der Kabarettist Nico Semsrott ist für seinen schwarzen Humor bekannt.

Nico Semsrott

Vielen ist der deutsche Kabarettist Nico Semsrott vor allem durch seinen emotionslosen Gesichtsausdruck und den dunklen Kapuzenpullover bekannt. Nun wird der Satiriker einem anderen Kollegen im EU-Parlament unterstützen. Gemeinsam mit dem Titanic-Gründer Martin Sonneborn wird Semsrott für "Die Partei" im EU-Parlament sitzen. Mit ihren selbst-ironischen Slogans "Besser als nix" oder "Für Europa reicht's" haben sie 2,4 Prozent der Stimmen in Deutschland bekommen.

Seit Sonntag nicht mehr deutsche Justizministerin: Katarina Barley. SN/APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
Seit Sonntag nicht mehr deutsche Justizministerin: Katarina Barley.

Katarina Barley

Als SPD-Politikerin ist die deutsche Justizministerin Katarina Barley sicherlich keine komplette Quereinsteigerin. Was der Wechsel von Barley besonders macht: Die gebürtige Kölnerin ist die erste Bundesministerin, die ihr Amt aufgibt, um nach Brüssel zu ziehen. Auf ihrer Homepage bezeichnet sich die Tochter einer Deutschen und eines Engländers als "Europäerin durch und durch".

Er ist in Litauen eine Sportlegende. SN/AP
Er ist in Litauen eine Sportlegende.

Sarunas Marciukionis

In Litauen ist der Basketball-Legende Sarunas Marciulionis das Debüt auf dem politischen Parkett gelungen. Einst der erste Spieler aus der Sowjetunion in der amerikanischen Profi-Liga NBA, wird der 54 Jahre alte Politik-Neuling nun für den regierenden Bund der Bauern und Grünen ins Europaparlament einziehen. Der 1,96 Meter große Ex-Korbjäger konnte für die Mitte-Partei bei den Wählern so punkten wie damals in der Auswahl der Sowjetunion.

Geht für die rechtskonservative Forza Italia ins EU-Parlament: Silvio Berlusconi.  SN/APA/AFP/MIGUEL MEDINA
Geht für die rechtskonservative Forza Italia ins EU-Parlament: Silvio Berlusconi.

Silvio Berlusconi

Auch mit 82 Jahren keine Lust auf Ruhestand: Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi zieht als meistgewählter italienischer Kandidat ins EU-Parlament ein. Mit 527.000 Vorzugsstimmen ist der Chef der rechtskonservativen Forza Italia der Kandidat mit den meisten Vorzugsstimmen in Italien hinter Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini. Dieser bekam 2,2 Millionen Stimmen, verzichtet aber auf das Mandat. Berlusconi hat in den vergangenen Monaten bereits eine Wohnung in Brüssel gekauft, um längere Zeit dort zu verbringen.

Quelle: SN, Dop-Dpa

Aufgerufen am 02.12.2020 um 08:38 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/diese-bekannten-gesichter-haben-den-sprung-ins-eu-parlament-geschafft-70895317

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