Weltpolitik

Diplomaten bereiten nach Giftaffäre Heimreise vor

Im Streit zwischen den westlichen Ländern und Russland wegen der Giftattacke auf den Ex-Agenten Sergej Skripal haben Diplomaten auf beiden Seiten ihre Ausreise vorbereitet. In Russlands nördlicher Metropole St. Petersburg sollten US-Diplomaten bis Samstagabend das für geschlossen erklärte Generalkonsulat räumen.

Auch russische Diplomaten bei der UNO sind betroffen SN/APA (AFP)/DON EMMERT
Auch russische Diplomaten bei der UNO sind betroffen

Aus den USA sollten im Lauf des Tages 60 des Landes verwiesene russische Diplomaten und ihre Familien mit zwei Sonderflügen abgeholt werden. Das sagte der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, der Agentur Interfax. Das russische Konsulat in Seattle an der US-Westküste wurde geräumt.

Russland hatte am Freitag die Ausweisung von etwa 150 seiner Diplomaten aus mehr als 20 Ländern damit beantwortet, dass es die genau gleiche Zahl ausländischer Diplomaten des Landes verwies.

Die US-Regierung hat Russland allerdings angeboten, die aus den USA ausgewiesenen Diplomaten durch andere zu ersetzen. "Die USA haben 48 russische Geheimdienstoffiziere ausgewiesen, aber sie verlangen nicht von der russischen Vertretung, die Gesamtzahl ihres Personals zu reduzieren", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums. Moskau könne frei entscheiden, wen er auf die frei gewordenen Posten setze.

Die USA hatten insgesamt 60 russische Diplomaten ausgewiesen, darunter 48 angeblich unter dem Deckmantel der Diplomatie tätige Geheimdienstvertreter sowie zwölf Diplomaten, die bei der UNO in New York akkreditiert sind. Moskau bestreitet, dass es sich bei den 48 Russen um Spione handelt. Sie haben bis zum Montag Zeit, die USA zu verlassen. Jedes Ansuchen um Akkreditierung eines neuen Diplomaten soll einzeln geprüft werden.

Hintergrund der diplomatischen Spannungen ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal Anfang März in England. Großbritannien und andere westliche Staaten machen Russland für die Tat verantwortlich.

Die russische Seite verschärft am Samstag auch ihre diplomatischen Sanktionen gegen Großbritannien: Die britische Botschaft müsse ihr Personal um mehr als 50 Diplomaten reduzieren, teilte das russische Außenministerium mit. Die Forderung war bereits bekannt, allerdings nannte Moskau bisher keine Zahl.

Mit der Maßnahme solle "Gleichheit" hergestellt werden, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Erreicht werden solle, dass Großbritannien und Russland die gleiche Zahl von Diplomaten im jeweils anderen Land hätten. Derzeit habe "die britische Seite noch über 50 Leute mehr", sagte die Sprecherin.

Quelle: Apa/Ag.

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