Weltpolitik

Donald Trump trifft sich mit Klimaaktivisten Al Gore

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend mit dem früheren US-Vizepräsidenten und Klimaaktivisten Al Gore getroffen. Der Demokrat sagte am Montag anschließend, das Gespräch mit dem künftigen Präsidenten sei sehr interessant gewesen. Man habe sich aufrichtig bemüht, Gemeinsamkeiten zu finden.

Donald Trump trifft sich mit Klimaaktivisten Al Gore SN/APA/AFP/DOMINICK REUTER

Trump hatte die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels sehr oft angezweifelt und im Wahlkampf den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen versprochen. Vor einigen Tagen sagte er jedoch, dass er eine Verbindung zwischen dem Klimawandel und menschlichem Einfluss sieht.

Gore (68) war unter Bill Clinton Vizepräsident. 2000 trat er bei der Präsidentschaftswahl an, scheiterte aber knapp an dem Republikaner George W. Bush. Seitdem machte er sich mit seinem Engagement für den Klimaschutz einen Namen. Sein Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" wurde 2007 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Später erhielt er den Friedensnobelpreis, zusammen mit dem Weltklimarat.

Gore sprach am Montag auch mit Trumps Tochter Ivanka. Das Portal "Politico" hatte vor kurzem berichtet, die 35-Jährige wolle sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschreiben und es zu einem Kernanliegen machen.

Trump will unterdessen seinen ehemaligen Konkurrenten im Vorwahlkampf, Ben Carson, zum Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung machen. Das teilte Trumps Team am Montag mit. Der Schritt war erwartet worden. Der ehemalige Neurochirurg gehörte zu einem Kreis von Republikanern, die sich sehr loyal gegenüber Trump verhalten hatten.

Carson hatte sich selbst um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben, war aber in den Vorwahlen gescheitert. Der 65-jährige Afroamerikaner stellte sich dann sehr früh hinter Trump.

"Ben Carson ist ein brillanter Geist, er setzt sich leidenschaftlich für den Zusammenhalt der Gemeinschaften und der Familien, die diese bilden, ein", betonte der gewählte Präsident in einem Kommunique. "Wir haben lange über mein Programm der städtebaulichen Erneuerung und der wirtschaftlichen Erholung von Wohnvierteln, die in Schwierigkeiten stecken, gesprochen", fügte er hinzu.

"Ich fühle mich geehrt, die Gelegenheit zu akzeptieren, unserem Land in der Trump-Regierung zu dienen", erklärte Carson seinerseits in einer Stellungnahme

Als Außenseiter des politischen Systems hatte Carson zu Beginn des Wahlkampfes einige Sympathien gewonnen. Er irritierte aber vor allem mit mehreren Aussagen. So sagte er im Oktober 2015: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitler seine Ziele erreicht, wäre stark verringert worden, wenn die Menschen bewaffnet gewesen wären." Früher hatte er behauptet, die Pyramiden in Ägypten seien keine Pharaonengräber, sondern biblische Getreidespeicher gewesen.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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