Weltpolitik

Doskozil in Tirana: Rüsten für ein Aus des Flüchtlingspakts

Im Zeichen möglicher neuer Balkan-Fluchtrouten bei einem Aus des EU-Türkei-Paktes und einer gemeinsamen Reaktion der betroffenen Länder darauf ist der Besuch von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) in Albanien am Donnerstag und Freitag gestanden. "Niemand wird mit einem Flüchtlingsstrom, wie wir ihn im Vorjahr hatten, alleine fertig", sagte Doskozil zur APA.

Doskozil in Tirana: Rüsten für ein Aus des Flüchtlingspakts SN/APA (BUNDESHEER)/PUSCH
Doskozil traf seine Amtskollegin Mimi Kodheli.

Es dürfe nicht wieder so kommen, und da von Brüssel in der Frage "wenig" komme, müssten die möglicherweise betroffenen Länder gemeinsam Überlegungen anstellen und Maßnahmen zur Grenzsicherung ergreifen. "Wir wollen Albanien hier einbinden" - auch wenn das Land bisher von massiven Flüchtlings- und Migrationsbewegungen "nicht so betroffen" gewesen sei, sagte Doskozil.

Bei einem Ende des Flüchtlingsdeals der EU mit der Türkei könnten dem Verteidigungsminister zufolge Flüchtlinge den Weg von Griechenland über Albanien und dann über die Adria nach Italien nehmen. Diese Route sei "aufwendiger" als der reine Landweg über Mazedonien und Serbien, räumte Doskozil ein; Schlepper könnten sie dann aber verstärkt nutzen.

Der Verteidigungsminister traf in Albanien u.a. mit seiner Amtskollegin Mimi Kodheli, Außenminister Ditmir Bushati und Staatspräsident Bujar Nishani zusammen. Mit Kodheli vereinbarte Doskozil einen Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit im militärischen Bereich. So soll Österreich die Ausbildung albanischer Gebirgsjäger unterstützen.

Albanien ist seit 2009 bei der NATO, seit 2014 ist Albanien, das unter kommunistischer Herrschaft jahrzehntelang vom Rest Europas isoliert war, EU-Beitrittskandidat. Österreich unterstützt die EU-Annäherung Albaniens.

Quelle: APA

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