Weltpolitik

Dresden gedenkt Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Im ostdeutschen Dresden ist der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht worden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert legte am Montagvormittag an einem Gedenkstein auf dem zentralen Altmarkt der sächsischen Hauptstadt eine weiße Rose nieder. Dort waren nach den Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber vom 13. und 14. Februar 1945 die Leichen von 7.000 Todesopfern verbrannt worden.

Gedenken an die Zerstörung Dresdens.  SN/APA (dpa)/Sebastian Kahnert
Gedenken an die Zerstörung Dresdens.

Hilbert betonte, wie wichtig es sei, "daran zu erinnern, was der Krieg an Leid über die Menschen bringt". In anderen Veranstaltungen wurde an die Euthanasieopfer der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein und an die Deportation der meisten Dresdner Juden zwischen 1938 und 1945 erinnert.

Das Gedenken steht 2017 im Zeichen der Menschlichkeit und ist in der Stadt heftig umstritten. Zwei im Vorfeld des Jahrestages installierte Kunstprojekte, die an das Leid ziviler Opfer in aktuellen Krisen erinnern, hatten zu scharfer Kritik vor allem aus dem Umfeld der islam- und fremdenfeindlichen Organisation Pegida geführt.

Am Wochenende hatten mehrere hundert Neonazis in Dresden versucht, das Gedenken für ihre Ideologie zu missbrauchen. Rechtsextreme nutzen den Jahrestag immer wieder für ihre Zwecke und rechnen die Opferzahlen hoch, um so "alliierte Kriegsverbrechen" zu belegen.

Die Zahl der Opfer, die knapp drei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Dresden ums Leben kamen, konnte nie genau ermittelt werden. Nach jüngsten Erkenntnissen einer von der Stadt beauftragten Expertenkommission waren es maximal 25.000 Menschen. Eine Fläche von zwölf Quadratkilometern wurde vollständig zerstört.

"773 britische Bomber warfen in zwei Angriffswellen zunächst gewaltige Mengen an Sprengbomben ab. Durch die Zerstörung der Dächer und Fenster konnten die anschließend abgeworfenen etwa 650.000 Brandbomben eine größere Wirkung entfalten. Ihr Feuersturm zerstörte rund 80.000 Wohnungen, und ihre Hitzeeinwirkung deformierte sämtliches Glas in der Innenstadt", heißt es in einer Dokumentation des Deutschen Historischen Museums in Berlin.

Am 14. und 15. Februar setzte die amerikanische Luftwaffe die Flächenbombardements fort. Dresden verfügte über keine Luftabwehr mehr und war Angriffen ausgeliefert. Zwischen Oktober 1944 und April 1945 wurde die Stadt insgesamt acht Mal bombardiert. Die Angriffe im Februar zählten zu den schwersten auf eine deutsche Stadt im Zweiten Weltkrieg. Experten bezweifeln aber den Mythos von der "unschuldigen" Stadt. Sie war nicht nur eine Hochburg der Nazis, sondern auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Standort von Rüstungswerken.

Quelle: Apa/Dpa

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