Weltpolitik

Druck auf Trump nach mutmaßlicher Giftgasattacke in Syrien

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien und einer Gegendrohung von Donald Trump wächst in den USA der Druck auf den US-Präsidenten. Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach am Sonntag von einem "entscheidenden Moment" in Trumps Präsidentschaft. Trump könne nun die Entschlossenheit zeigen, die sein Vorgänger Barack Obama nie gezeigt habe, sagte Graham in der ABC-Sendung "This Week".

Der US-Präsident kann jetzt Entschlossenheit zeigen SN/APA (AFP)/OLIVIER DOULIERY
Der US-Präsident kann jetzt Entschlossenheit zeigen

Trump hatte zuvor via Twitter Moskau und Teheran eine Mitverantwortung an dem mutmaßlichen neuen Giftgasangriff in Syrien gegeben und Syriens Präsident Bashar al-Assad als "Tier" bezeichnet. Gleichzeitig kündigte er an, es sei dafür ein "hoher Preis" zu zahlen. Graham erklärte, dies dürfe keine leere Drohung bleiben, ansonsten erscheine der US-Präsident in den Augen Russlands und des Iran als "schwach".

Moskau warnte die USA indes davor, den Angriff als "Vorwand für einen Militäreinsatz" in Syrien zu nutzen. Eine Militärintervention "unter erfundenen Vorwänden" in einem Land, wo sich "auf Bitten der legitimen syrischen Regierung russische Soldaten aufhalten", wäre "inakzeptabel und könnte schwerste Konsequenzen haben", erklärte das russische Außenministerium am Sonntag.

Der Iran wies die Berichte über den Chemiewaffenangriff als "Verschwörung" gegen den mit Teheran verbündeten syrischen Machthaber Assad zurück. Derartige Vorwürfe "der Amerikaner und einiger westlicher Länder" stellten eine Verschwörung gegen die syrische Regierung und das syrische Volk dar und sollten offenbar als Vorwand für einen Militäreinsatz dienen, erklärte das Außenministerium in Teheran am Sonntag.

Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghassemi erklärte, es wäre unlogisch, wenn die syrische Armee Chemiewaffen einsetzen würde, obwohl sie bereits "die Oberhand über die Terroristen" in der einstigen Rebellenhochburg Ost-Ghouta habe.

Die syrische Regierung hatte die Vorwürfe bereits am Samstagabend zurückgewiesen und erklärte, angesichts ihrer militärischen Erfolge in der einstigen Rebellenregion Ost-Ghouta habe sie den Einsatz "irgendwelcher chemischer Substanzen" gar nicht nötig.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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