Weltpolitik

Duterte wirft Politikern Verbindung zur Drogenmafia vor

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat mehr als 30 Politikern, Beamten und Richtern Verbindungen zur Drogenmafia vorgeworfen. Der umstrittene Staatschef, der seit seinem Amtsantritt Ende Juni einen rücksichtslosen Kampf gegen Drogenhändler führt, kündigte an, dass die verdächtigen Politiker keinen Personenschutz mehr erhalten würden und ihre Waffenlizenzen annulliert würden.

Duterte wirft Politikern Verbindung zur Drogenmafia vor SN/APA (AFP)/RENE LUMAWAG
Duterte punktet mit harten Sprüchen.

In einer Rede in seiner Heimatstadt Davao nannte Duterte am Sonntag sieben Richter und über zwei Dutzend frühere oder amtierende Abgeordnete, Bürgermeister und andere Politiker, die angeblich in den Rauschgifthandel verwickelt sind. Sollten sie den geringsten Widerstand leisten, werde er die Polizei anweisen, sie zu erschießen, sagte Duterte. Der umstrittene Politiker gab zu, dass er mit seinen Vorwürfen "falsch" liegen könnte. Zugleich versicherte er, die Benennung der Verdächtigen sei nicht politisch motiviert. Einige von ihnen seien sogar Freunde.

Dutertes Sprecher Martin Andanar sagte später, es würden Strafverfahren gegen die Verdächtigen eingeleitet. Der Präsident wolle, dass sich die Drogenhändler den Behörden stellen. Mehrere der benannten Politiker bestritten in den Medien ihre Verwicklung in den Drogenhandel.

Duterte hatte die Wahl am 9. Mai mit dem Versprechen gewonnen, einen gnadenlosen Feldzug gegen Drogenhändler und andere Kriminelle zu führen. Der langjährige Bürgermeister von Davao ordnete die Polizei an, Drogenhändler zu erschießen und rief auch einfache Bürger und kommunistische Rebellen auf, sich an der Jagd zu beteiligen. Laut dem Fernsehsender ABS-CBN wurden seit seiner Wahl bereits 852 mutmaßliche Drogenkriminelle getötet. Kritik von Menschenrechtlern wies Duterte zurück.

Quelle: Apa/Ag.

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