Weltpolitik

Ein Aufschrei geht durch Marokko

Nur wenige Tage vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz in Marrakesch rollt eine Protestwelle durch Marokko. Auslöser ist der Tod eines Fischers, doch der Zorn der Demonstranten geht längst darüber hinaus.

Ein Aufschrei geht durch Marokko SN/AP
Tausende Marokkaner gingen nach dem Tod eines Fischers auf die Straße. Die Proteste halten seit Tagen an.

Die Massenproteste in Marokko gegen Behördenwillkür und Korruption dauern schon seit Tagen an. Nun versucht die Regierung in Rabat, die Wellen der Empörung zu beruhigen und eine Ausweitung der Kundgebungen zu vermeiden.

Ausgelöst hatte die größten Demonstrationen seit dem "arabischen Frühling" vor fünf Jahren der dramatische Tod eines Fischhändlers, der nach einem Streit mit Polizisten von einer Müllpresse zu Tode gequetscht wurde. Mit der Ankündigung, dass elf Verdächtige festgenommen wurden, die in den grausamen Tod verwickelt sein sollen, hat die Regierung nun das Signal ausgesendet, dass die Verantwortlichen bestraft werden sollen. Zudem übermittelte Innenminister Mohammed Hassad eine beschwichtigende Erklärung von König Mohammed, dem starken Mann Marokkos: "Unser König möchte nicht, dass solche Vorfälle in unserem Land geschehen." Regierungschef Abdelilah Benkirane rief die Bevölkerung derweil dazu auf, die Proteste zu beenden.

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