Weltpolitik

Ein Toter bei Protesten gegen Haitis Staatschef Moise

Am Rande erneuter Proteste gegen Haitis Staatschef Jovenel Moise ist ein Mensch getötet worden. Der Mann erlitt in der Hauptstadt Port-au-Prince eine Schusswunde in der Brust, wie am Sonntag berichtet wurde. Bei den Protesten lieferten sich junge Männer und Sicherheitskräfte nahe des Präsidentenpalastes heftige Auseinandersetzungen.

Männer und Sicherheitskräfte lieferten sich Auseinandersetzungen SN/APA (AFP)/CHANDAN KHANNA
Männer und Sicherheitskräfte lieferten sich Auseinandersetzungen

Steine flogen, die Polizei setzte Tränengas ein. Zwei Gebäude gingen in Flammen auf. Im Stadtzentrum waren zu einem Zeitpunkt Schüsse zu hören.

Zuvor hatten Tausende Menschen friedlich gegen Moise demonstriert und einen Rücktritt des von Korruptionsvorwürfen schwer belasteten Staatschefs gefordert. Gegen den Präsidenten des verarmten Karibikstaates gibt es seit Monaten immer wieder Demonstrationen.

Erst kürzlich veröffentlichte Haitis Rechnungshof einen Bericht über den Umgang mit Geldern aus dem venezolanischen Hilfsfonds Petrocaribe. Darin werden zahlreiche Fälle von Missmanagement und Korruption angeprangert. Dabei geht es auch um eine Firma, die Moise vor seiner Zeit als Staatschef führte.

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Verschärft wurde die Lage durch ein verheerendes Erdbeben im Jänner 2010, bei dem etwa 200.000 Menschen ums Leben kamen. Die Bevölkerung leidet unter Massenarbeitslosigkeit und einer hohen Inflationsrate.

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