Weltpolitik

Elf Zivilisten bei Luftangriffen im Zentrum Syriens getötet

Bei Luftangriffen auf ein Dorf im Zentrum Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Samstag mindestens elf Zivilisten getötet und Dutzende weitere worden. Die Angriffe seien vermutlich von der russischen Luftwaffe geflogen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Eine Großoffensive gegen den IS soll zudem 30.000 Menschen in die Flucht getrieben haben.

Bei den Angriffen sei ein Viehmarkt in dem Dorf Okairabat in der Provinz Hama getroffen worden, das von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert werde, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Angaben der Stelle, die sich auf ein Netz von Informanten vor Ort stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden. Russland hatte im September 2015 militärisch in den seit 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien eingegriffen und dadurch das Blatt zugunsten seines Verbündeten, des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, gewendet.

Auch im Norden Syriens gibt es eine Großoffensive der syrischen und russischen Luftwaffe gegen den IS. Mehr als 30.000 Menschen, in der Mehrheit Frauen und Kinder, seien binnen einer Woche geflohen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit.

Bei der Offensive in der nordsyrischen Provinz Aleppo hätten die syrischen Regierungstruppen mehrere Dörfer aus der Hand der IS-Miliz befreit, teilte die in Großbritannien ansässige Organisation weiter mit. Die meisten Zivilisten seien in die Region Manbij geflohen. Die frühere Jihadistenhochburg unweit der türkischen Grenze wird seit vergangenem Jahr von der kurdisch-arabischen Rebellenallianz Demokratische Kräfte Syriens (SDF) kontrolliert, die von den USA unterstützt wird und ebenfalls den IS bekämpft.

Unterdessen erklärte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis, russische und syrische Truppen hätten "humanitäre" Konvois nach Manbij entsandt. Dazu gehöre auch militärische Ausrüstung wie Panzerfahrzeuge und Schutzausrüstung. Davis betonte, den USA sei daran gelegen, dass sich alle in Nordsyrien präsenten Parteien auf den Islamischen Staat konzentrieren.

Manbij ist zum neuen Brennpunkt von Gebietsstreitigkeiten geworden. Ankara hatte Ende August seine Truppen nach Syrien geschickt, um gemeinsam mit verbündeten protürkischen Rebellengruppen die IS-Jihadisten und kurdischen Milizen von der Grenze zurückzudrängen. Erst am Donnerstag drohte die Türkei den kurdischen Streitkräften mit einem Angriff, sollten sie sich nicht aus Manbij zurückziehen.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 02:40 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/elf-zivilisten-bei-luftangriffen-im-zentrum-syriens-getoetet-149626

Schlagzeilen