Weltpolitik

Emirate ziehen Teile ihrer Truppen aus dem Jemen ab

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Angaben eines Regierungsvertreters Teile ihrer Truppen aus dem Jemen abgezogen. Dubai wolle von einer "Vorrang-Strategie für das Militär" zu einer "Vorrang-Strategie für Frieden" übergehen, sagte der hochrangige Regierungsvertreter Journalisten am Montag.

Die Emirate ziehen Truppen ab SN/APA (AFP)/STR
Die Emirate ziehen Truppen ab

Demnach wurden bereits "aus strategischen Gründen" Teile des Militärs aus der Küstenstadt Hodeida und "aus taktischen Gründen" auch aus anderen Teilen des Landes abgezogen. Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Houthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.

Ein emiratischer Militärstützpunkt rund 130 Kilometer südlich der strategisch wichtigen Hafenstadt Hodeida sei "komplett geräumt" worden, sagte ein Vertreter der jemenitischen Regierung. Hodeida befindet sich noch in der Hand der Houthi-Rebellen. Über die Häfen der Stadt kommt ein Großteil der internationalen Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land.

Auch eine Militärbasis in Sarwah, östlich der Hauptstadt Sanaa, wurde demnach durch die emiratischen Truppen aufgegeben. Zudem sei das Raketenabwehrsystem Patriot abgebaut worden. An Militäroperationen mit der von Saudi-Arabien geführten Koalition und jemenitischen Regierungstruppen entlang der Westküste seien die Emirate aber noch beteiligt.

Indes wehrte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis eigenen Angaben zufolge einen Angriff von Huthi-Rebellen auf ein Handelsschiff im Roten Meer ab. Marinetruppen hätten dort am Montag ein mit einer Sprengfalle versehenes Boot abgefangen und zerstört, teilte der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Malki, mit. Um welches Schiff es sich handelte, bleib zunächst unklar.

Al-Malki machte die vom Iran unterstützen Huthi-Rebellen für die angeblichen Attacke verantwortlich. Die Bedrohung der internationalen Schifffahrt sei ein "gefährlicher Terrorakt", sagte Al-Malki. Die Verantwortung der Huthis für den mutmaßlichen Angriff ließ sich von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigen.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden in dem Konflikt im Jemen bereits zehntausende Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Die UNO spricht von der schlimmsten humanitären Krise weltweit.

Quelle: Apa/Ag.

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