Weltpolitik

Emotionale Abschiede vom EU-Parlament - mit Gedicht und Mundharmonika

Eugen Freund trug ein selbst verfasstes Gedicht vor. Lojze Peterle spielte auf der Mundharmonika.

SPÖ-Europaabgeordneter Eugen Freund.  SN/apa
SPÖ-Europaabgeordneter Eugen Freund.

Diese Woche fand in Straßburg die letzte Plenarsitzung des EU-Parlaments vor den EU-Wahlen Ende Mai statt. Das Ende der Legislaturperiode ist für viele Abgeordnete ein emotionaler Moment. Und der Österreicher Eugen Freund und sein slowenischer Kollege Lojze Peterle würdigten ihn ganz besonders. Wofür sie mit stehenden Ovationen bedacht wurden.

Eugen Freund (SPÖ) verabschiedete sich mit einem selbst verfassten Gedicht. Es handelte sich um eine launige, englischsprachige Hommage an die Parlamentsmitarbeiter, darunter jene "down in the basement, the garage, providing cars, driving Farage".

Freund spielte damit auf den britischen EU-Gegner Nigel Farage an und weckte Erinnerungen an jenes Gedicht, mit dem er die Briten vor der Volksabstimmung im Jahr 2016 zum Verbleib in der Europäischen Union überreden wollte.

Dieser Versuch ging bekanntlich schief, aber der Brexit hat Freund das Dichten nicht verleidet. "Bevor Besen und Kehrschaufel kommen" ergriff der ehemalige ORF-Journalist am Donnerstag im Straßburger Plenum neuerlich das Wort, um sich bei seinen Abgeordnetenkollegen zu bedanken. Den Großteil der einminütigen Rede widmete er aber jenen Menschen, die den Parlamentsbetrieb am Laufen halten. Unter anderem bat er die Kellner, "die uns Bier servieren", die Putzfrauen und das "immer höfliche" Sicherheitspersonal vor den Vorhang, aber auch die Dolmetscher, "die mit all meinen Reimen zu kämpfen haben".

Lojze Peterle wiederum wählte die Sprache der Musik für seinen Abschied nach einer kurzen Eröffnungsrede: "Es ist unsere Aufgabe, Europa zusammenzuhalten. Lasst uns Notre-Dame wieder aufbauen. Und frohe Ostern", rief der slowenische Abgeordnete, ehe er zur Mundharmonika griff und die Europahymne "Ode an die Freude" spielte. Peterle ist Mitglied der konservativen EVP-Fraktion, zu der auch die ÖVP gehört. Von 1990 bis 1992 war der heute 70-Jährige erster Ministerpräsident im unabhängigen Slowenien.

Quelle: SN, Apa

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