Weltpolitik

Erneuter Zwischenfall mit türkischen Schiffen im Mittelmeer

Die NATO untersucht einen Zwischenfall mit Schiffen ihrer Mitglieder Frankreich und Türkei im Mittelmeer. Frankreich wirft türkischen Schiffen vor, eine seiner Fregatten mehrfach mit dem Feuerleitradar angestrahlt zu haben. Das französische Schiff hatte im Rahmen eines NATO-Einsatzes ein Frachtschiff inspizieren wollen, das verdächtigt wurde, das Waffenembargo gegen Libyen zu verletzen.

Vergangene Woche hatte bereits einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Die Türkei hatte verhindert, dass ein Schiff der EU-Marine-Mission "Irini" vor der Küste Libyens einen verdächtigen Frachter kontrolliert. Nach Angaben aus EU-Kreisen forderte ein türkisches Kriegsschiff die EU-Mission auf, die Kontrolle zu unterlassen. Auch hier geht es um den Verdacht, dass die Türkei illegale Waffenlieferungen tätigt.

Im Libyen-Konflikt unterstützt die Türkei auch militärisch die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis, während Russland und weitere Länder hinter dem abtrünnigen General Khalifa Haftar stehen. Frankreich wirft der Türkei schon länger vor, das UN-Embargo gegen Waffenlieferungen an Libyen zu verletzen.

Die Allianz werde versuchen, "vollständige Klarheit zu schaffen, was passiert ist", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag. Der Vorfall im Mittelmeer sei bei der Video-Konferenz der NATO-Verteidigungsminister am Donnerstag von mehreren Verbündeten angesprochen worden.

"Ich habe sehr deutlich gemacht, dass es bei dieser Art von Verhalten keinerlei Entgegenkommen geben kann", sagte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly bei einer Anhörung im französischen Senat. Es handle sich um einen "besonders schweren Vorfall". Er lasse sich nicht mit dem Argument rechtfertigen, dass alles gut ist, "was Russland daran hindert, in Libyen Fuß zu fassen".

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 23.10.2020 um 02:10 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/erneuter-zwischenfall-mit-tuerkischen-schiffen-im-mittelmeer-89067748

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