Weltpolitik

Erster Trump-Tweet 2018: Scharfe Kritik an Pakistan

In seiner ersten Twitter-Botschaft des neuen Jahres hat US-Präsident Donald Trump Pakistan scharf kritisiert: Er warf dem Land am Montag vor, die Mitglieder der US-Führung für Narren zu halten und Terroristen Zuflucht zu gewähren. US-Hilfen für Islamabad könnten daher eingestellt werden. Sein Tweet rief in Pakistan Reaktionen in den sozialen Medien hervor - auch seitens der Regierung in Islamabad.

Nichts Neues im neuen Jahr - Trump twittert fröhlich weiter SN/APA (AFP)/NICHOLAS KAMM
Nichts Neues im neuen Jahr - Trump twittert fröhlich weiter

Die USA hätten Pakistan dummerweise über einen Zeitraum von 15 Jahren mehr als 33 Milliarden US-Dollar (27,5 Mrd. Euro) Hilfe zukommen lassen, als Gegenleistung aber nichts als Lügen und Betrug erhalten, schrieb Trump am Montag auf Twitter. Pakistan halte die US-Führung für Narren.

Der US-Präsident erneuerte den Vorwurf, Pakistan gewähre radikalislamischen Taliban aus dem Nachbarland Afghanistan Unterschlupf, während die USA diese in Afghanistan jagten. Dies werde enden, schrieb Trump.

Laut einem Bericht der "New York Times" der vergangenen Woche erwägt Trumps Regierung, dem Land zugesagte Hilfen in Höhe von 255 Millionen Dollar (rund 213 Mio. Euro) vorzuenthalten, weil Islamabad nicht hart genug gegen Extremisten vorgehe. Bereits im Dezember hatte Trump gedroht, die Zahlung einzustellen.

Der Tweet rief in Pakistan sofortige Reaktion in den sozialen Medien hervor. Nur knapp 60 Minuten später twitterte Außenminister Khawaja Asif: "Wir werden, so Gott will, auf Präsident Trumps Tweet in Kürze antworten. Wir werden die Welt die Wahrheit wissen lassen (und) den Unterschied zwischen Fakten und Fiktion." Einigen pakistanischen Reportern zufolge traf sich Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi wegen des Tweets am Abend mit Kabinettsmitgliedern.

Seit Trumps Amtsantritt vor etwa einem Jahr haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Trump hatte bei der Vorstellung seiner neuen Afghanistan-Strategie im August Pakistan bereits scharf kritisiert und harte Konsequenzen angekündigt, sollten Regierung und Militär nicht endlich etwas gegen die afghanischen Taliban und Mitglieder des Haqqani-Terrornetzwerkes auf pakistanischem Boden unternehmen. Seitdem gibt es zum Beispiel wieder deutlich mehr mutmaßliche US-Drohnenangriffe auf Ziele in Pakistan, vor allem gegen afghanische Taliban und Haqqanis.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit Ende 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Situation ist besonders heikel, weil Pakistan eine Atommacht ist und seine Partner fürchten, sein Arsenal könne in die falschen Hände geraten.

Trump setzte am Neujahrstag auch seine Kritik an der Führung Iran fort. Auf Twitter schrieb Trump, das "große iranische Volk" sei über Jahre unterdrückt worden. Es hungere nach Essen und Freiheit. Menschenrechte und Wohlstand des Landes seien geplündert worden.

Der Iran scheitere auf allen Ebenen mit Ausnahme des "schrecklichen" Atom-Deals, den die Regierung Barack Obamas vereinbart habe, schrieb Trump. Seinen Tweet beendete er mit Großbuchstaben: "ZEIT FÜR EINEN WECHSEL!" Die regimekritischen Proteste im Iran waren am Montag eskaliert.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 17.12.2018 um 12:57 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/erster-trump-tweet-2018scharfe-kritik-an-pakistan-22424428

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