Weltpolitik

EU-Kommission eröffnet Solidaritätskorps für Jugend

Die EU-Kommission gab am Mittwoch in Brüssel den Startschuss für das Europäische Solidaritätskorps. Junge Menschen, die an Solidaritätsaktivitäten in Europa interessiert sind, können sich über das neue Korps informieren, Erfahrungen austauschen und mit teilnehmen Organisationen in Kontakt treten. Ziel ist es, die Chancen junger Menschen zu verbessern.

EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen hofft, dass sich bis 2020 insgesamt 100.000 Jugendliche unter 30 Jahren an dem Solidaritätskorps beteiligen. Damit könne die Freiwilligenarbeit gestärkt und praktische Solidarität ausgeübt werden. Dies sei angesichts zahlreicher gesellschaftlicher Herausforderungen wie Armut oder Flüchtlingskrise notwendig.

Die Sozialkommissarin unterstrich den dreistufigen Plan für die Verbesserung der Ausbildung und Beschäftigung Jugendlicher. Der erste Punkt sei die Jugendgarantie. Mehr als 14 Millionen Jugendliche hätten seit 2014 an der Jugendgarantieregelung teilgenommen. Dies bedeute, dass alle unter 25 Jahren ein gutes Angebot für Beschäftigung, Praktikum oder eine Ausbildung innerhalb vier Monaten nach der Arbeitslosigkeit oder nach einem Schulabschluss erhalten. Außerdem seien die Mittel in diesem Bereich von 6,4 auf 8,4 Mrd. Euro bis 2020 aufgestockt worden.

Zweiter Bereich sei der Ausbau der Kompetenzagenda und die Einleitung eines "Erasmus plus"-Programmes. 50.000 Jugendlichen sollte die Möglichkeit gegeben werden, mindestens sechs Monate Lernerfahrung von 2017 bis 2020 in anderen EU-Staaten zu verbringen. Es sollten mehr Jugendliche aus mehreren gesellschaftlichen Schichten in den Genuss von Erasmus kommen, betonte Thyssen. Der nunmehr vorgestellte dritte Pfeiler sei das Solidaritätskorps für Junge. Dies sollte auch ein Sprungbrett für langfristige Arbeitsplätze sein und stelle damit eine Investition in die Zukunft Europas dar, betonte Thyssen.

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides, sieht die Solidaritätskorps-Initiative als "maßgeschneidert für junge Leute in Europa". Damit könne ein aktiver positiver Beitrag geleistet werden. Es könne anderen Menschen das Leben leichter gemacht worden, insbesondere jenen, die besonders gefährdet seien. Stylianides verwies neben der Flüchtlingskrise auch auf Naturkatastrophen wie die jüngsten Erdbeben in Italien. Es gebe hier Bedarf für praktische Unterstützung "und ich weiß, dass unsere Jugend auf diesen Hilferuf reagieren wird".

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, damit würden Chancen für junge Menschen eröffnet, die sich in die Gesellschaft einbringen und Solidarität zeigen wollen. Genau davon brauchten die Welt und die EU mehr. "Für mich ist dies das Herzstück der EU - nicht die Verträge oder industrielle und wirtschaftliche Interessen verbinden uns, sondern unsere Werte".

Quelle: APA

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