Weltpolitik

EU-Parlament will IS-Verbrechen vor IStGH prüfen

Das Europaparlament hat angesichts der von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" begangenen Verbrechen die Anrufung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gefordert. Die EU-Staaten müssten sich dafür einsetzen, dass der "Völkermord" etwa an den Yeziden vor das internationale Gericht in Den Haag gebracht werde, verlangte das Parlament am Donnerstag in einer Entschließung.

Das gleiche gelte für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, welche die Jihadisten im Irak, in Syrien und im Libanon begingen. Bereits im Februar hatte das Europaparlament in einer Entschließung die massive Verfolgung von Christen, Yeziden und anderen religiösen Minderheiten durch den IS als Völkermord verurteilt.

Vor der Abstimmung hatte das Straßburger Parlament zwei junge Jesidinnen mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet. Nadia Murad und Lamia Aji Bashar waren im August 2014 im Norden des Irak von IS-Milizen verschleppt worden. Sie wurden monatelang misshandelt und als Sexsklavinnen missbraucht, bis ihnen die Flucht nach Deutschland gelang.

Quelle: Apa/Ag.

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